Bauen 2009: Neue Gesetze haben Einfluss auf Planung!
Förder- und Investitionsprogramme haben Einfluss auf das Bauwesen. Neue Gesetze bestimmen die Planung auch der Haustechnik. | Foto: BurgwächterEnergiepolitik kontra Rezession! – Neue Gesetze haben Einfluss auf Planung! In der Krise gilt es, Chancen zu Nutzen. Chancen, die sich aus der Notwendigkeit des Wandels eröffnen.
In vielen Ländern u. a. auch in Deutschland wird dieser Zusammenhang von den Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft gesehen. Die Handlungsfelder sind vielfältig. Von neuen Gesetzen über Marktanreize wie Fördermittel- und Investitionsprogramme bis hin zu neuen, innovativen Produkten - Gestaltungsmöglichkeiten bestehen in allen Bereichen. Nicht zuletzt im Bauwesen werden heute die Weichen gestellt für eine Zukunft, in der wirtschaftlicher Aufschwung und nachhaltiges Wirtschaften sich bedingen. Hier bilden eine Reihe von Maßnahmen des Gesetzgebers die neuen Rahmenbedingungen, auf die sich der Bausektor aktuell einzustellen hat. Wie rasch die damit verbundenen Neuerungen sich auswirken, ist entscheidend abhängig von der Geschwindigkeit ihrer Umsetzung – sowohl bei Neubauten aber vor allem im Gebäudebestand. Die Planungspraxis ist derzeit geprägt von den noch nicht abgeschlossenen deutschen, europäischen und internationalen Normanpassungen und dem technischen Fortschritt im Bauwesen insbesondere bei der Heizungs-, Lüftungs-, Klima- und Sanitärtechnik sowie den regenerativen Systemen. Mit dem 1. Januar 2009 sind eine Reihe neuer Gesetze und Verordnungen in Kraft getreten, die Auswirkungen auf die Planung haben.
Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)
Seit dem 1. Januar 2009 gilt das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz, das den Ausbau erneuerbarer Energien im Gebäudebereich voranbringen soll. Eine wesentliche Neuerung ist dabei die Festlegung von Vorgaben für die Wärmeversorgung von Neubauten über regenerative Energien. Ein Anteil erneuerbarer Energien zum Heizen wie solarthermische Anlagen, Wärmepumpen oder Pelletheizungen wird im Neubau zur Pflicht.
Solarthermie: Möglichkeiten und Grenzen für eine regenerative Gebäudeheizung
Solarkollektoranlagen können bei richtiger Auslegung einen nennenswerten Anteil an der Heizwärme- und Warmwasserversorgung in Gebäuden liefern. Die Voraussetzungen für einen funktional und wirtschaftlich zufrieden- stellenden Einsatz von Solaranlagen gehen von der Bedarfsbestimmung bis zur Bemessung, Auswahl und Kombination der Anlagenkomponenten bis hin zur hydraulischen Einbindung und Regelung. Solarthermische Anlagen in Gebäuden werden in der Regel in Ergänzung zu einer Heizungsanlage eingesetzt. In der Verknüpfung beider Anlagensysteme besteht nach wie vor ein großes Optimierungspotenzial. Das einfache Prinzip „Viel bringt viel!“ greift wie die Praxis zeigt in diesem Fall nicht, dazu ist das Zusammenwirken der Anlagenteile zu komplex. Hier gilt es, die unterschiedlichen Lösungen der Anbieter ingenieurmäßig zu vergleichen, indem Stärken und Schwächen wie Speichernutzungsgrad, Zapfrate und schließlich eingesparte Jahres- brennstoffmenge in Relation zu den Investitionskosten bewertet werden.
Wärmepumpen oder Pelletkessel: Regenerative Heizsysteme mit unterschiedlichen Eigenschaften
Während bei Holz als Brennstoff örtliche Emissionen im Zuge der Feinstaubbetrachtung besonders zu beachten sind, stehen bei Wärmepumpen Fragen der Energieeffizienz und der technischen Machbarkeit in Verbindung mit unterschiedlichen Heizsystemtemperaturen im Vordergrund. Gerade bei der Modernisierung von Bestandsgebäuden lohnt es sich, die Gegebenheiten mit ihren jeweiligen Anforderungen im Einzelfall genau zu analysieren. Soll z. B. nur der Wärmeerzeuger, nicht aber die Heizkörper erneuert werden, gehören der Wärmeschutzstandard des Gebäudes neben den Vorlauftemperaturen des Heizsystems zu den kritischen Punkten der Entscheidungsfindung und Planung.
Novelle der Heizkostenverordnung
Die Novelle der Heizkostenverordnung ist am 01.Januar 2009 in Kraft treten. Stärker als bisher kann der Verbraucher durch sein Verbrauchsverhalten über die novellierte Heizkostenverordnung zukünftig seine Heizkostenrechnung beeinflussen.
Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz
Das zum 1. Januar 2009 in Kraft getretene Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz schafft die Voraussetzungen dafür, dass die kombinierte Nutzung von Strom und Wärme weiter ausgebaut wird. Ob in großen Kraftwerken oder Ein- und Zweifamilienhäusern, Kraft-Wärme-Kopplung soll als Schlüsseltechnologie dazu beitragen, dort, wo Strom produziert wird, entstehende Abwärme bestmöglich zu nutzen.
Mehr Geld für Energieberatungen
Für Energieberatungen wurden die Fördermittel des Bundesministeriums im Bundeshaushalt 2009 auf 15 Mio. Euro aufgestockt. Damit sollen bestehende Programme stärker gefördert werden:- die Energieberatung der Verbraucherzentralen- „Vor-Ort-Beratung in Wohngebäuden“ - Energieberatung in kleinen und mittleren Unternehmen durch Erweiterung der Förderung um Stromberatung und Thermografiegutachten
EnEV 2009 und Energieeinsparungsgesetz (EnEG 2009)
Mit dem EnEG kann die Bundesregierung Verordnungen zum Energieeinsparen inGebäuden erlassen. Das EnEG wird voraussichtlich im Frühjahr 2009 in Kraft treten.Damit wird die Bundesregierung eine verschärfte EnEV 2009 verordnen. Die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEV 2007) bleibt so lange gültig, bis die novellierte EnEV 2009 in Kraft tritt. Sie soll den Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser im Gebäudebereich um etwa 30 Prozent senken. Der Termin für das In-Kraft-Treten ist voraussichtlich im Herbst 2009. Weitere Informationen: www.forum-verlag.com/haustechnik
Fachgerechte Planung und Ausführung von konventioneller und regenerativer Haustechnik
Um regenerative und konventionelle Haustechnik sinnvoll zu planen, auszulegen und entsprechend
den Vorgaben einzusetzen, benötigen Sie gewerkeübergreifendes Wissen auf dem neuesten Stand der Technik. Alles, was Sie dazu brauchen, erfahren Sie im neuen Planungshandbuch: "Fachgerechte Planung und Ausführung von konventioneller und regenerativer Haustechnik: Energetische und technische Grundlagen zur Dimensionierung, Installation und Instandsetzung nach aktuellen Anforderungen
Autor: Dipl.-Ing. (FH) Bertram Witz
Bertram Witz ist Inhaber des Ingenieurbüros ibw für Energie- und Gebäudetechnik in Stuttgart. Er studierte an der Fachhochschule Offenburg Maschinenbau mit Schwerpunkt Energie-, Heiz- und Raumlufttechnik. Als Autor veröffentlicht er seit 1996 regelmässig Fach- publikationen und hält Fachvorträge. Vor der Gründung des Ingenieurbüros ibw war er mehr als 10 Jahre als Führungskraft in Ingenieur- gesellschaften in Deutschland und der Schweiz tätig. Das Ingenieurbüro ibw befasst sich schwerpunktmässig mit Beratung, Konzeption und Planung Technischer Ausrüstung und Bauphysik für Gebäude.





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