Wärmeschlupflöcher beseitigen

Artikel vom 10. Oktober 2008
Wie diese Thermographie deutlich zeigt, geht über schlecht gedämmte Fenster viel kost­bare Heizenergie ver­loren. | Foto: tesaWie diese Thermographie deutlich zeigt, geht über schlecht gedämmte Fenster viel kost­bare Heizenergie ver­loren. | Foto: tesa

Wer sicher gehen will, dass sein Haus auch tatsächlich nur so viel Energie braucht wie geplant, sollte eine gute Bauausführung sicher stellen.

Denn durch Fehler und Pfusch am Bau können gefährliche Schwach­stellen und „Energielecks“ entstehen. Diese ziehen vielfach schwere Schäden nach sich. Neue Methoden der Qualitätssicherung gewähr­leisten, dass Korrekturen und Reparaturen noch rechtzeitig stattfinden können.

Ob Keller, Wande, Dach oder Fenster: Wichtig ist, dass die Gebäudehülle wirklich dicht ist und die Wärme nicht entweichen kann. Wärmebrücken – Solche Schwachstellen können insbesondere dort entstehen, wo Bauteile aneinander stoßen, also an den Anschlüßen von Wand, Fenster, Dach und Balkon sowie an den Gebäude­ecken. Betrachten wir zum Beispiel einen Fensterrahmen. Er ist in die Wand eingebaut. Jetzt kommt es darauf an, wie gut das Material den Wärme­übergang verhindert – sonst wird’s draußen warm und innen kalt. Beides schadet: So verschwindet teuer Wärme, es dringt auch Kälte ein. An solchen Stellen kondensiert Luftfeuchtigkeit, was zur Schimmelbildung führen kann. Nun sollte sich der Bauherr um solche Fehlerquellen eigentlich nicht sorgen müssen, das ist Aufgabe der Baufirma. Aber ein Bauherr – der kein Risiko eingehen will – sollte den Architekten verpflichten, vor dem Abschluss aller Arbeiten eine Thermografie durchführen zu lassen. Das kostet nicht viel, hilft aber, die Schwachstellen zu erkennen und rechtzeitig zu beseitigen. Die Thermografie bildet Wärmestrahlung ab, die vom menschlichen Auge nocht wahrgenommen wird. Auf dem „Wärmebild“ des Hauses zeigt sich die Intensität der „Energielecks“ in unterschiedlichen Farben. Hellgelb bis weiß treten dann jene Stellen hervor, an denen besonders viel verschwendet wird. 

Wärmebildaufnahme eines Altbaus. | Foto: Multipor/Xella
Altbau mit ursprünglicher Fassade und Innendämmung. | Wärmebildaufnahme eines Altbaus. | Foto: Multipor/Xella

Wie die Thermografie-Aufnahme zeigt, geht bei diesem Ge­bäude viel Wärme über die Wände verloren. Vor allem wenn die ursprüngliche Fassade erhalten bleiben soll, empfiehlt sich eine Innen liegende Dämmung. Be­währt haben sich die leicht zu verarbeitenden und baubiologisch empfehlenswerten Multipor Mineraldämmplatten, die einfach von innen an die Außen­wände geklebt werden.   

Blower-Door-Test

Eine weiter Möglichkeit, die energetische Qualität eines Gebäudes zu prüfen, setzt an der Luftdichtheit des Gebäudes an. Denn nur eine luftdichte Bauausführung gewährleistet, dass keine Zugluft entsteht, die wertvolle Wärme nach draußen trägt. Der „Blower-Door-Test“ ist so einfach wie wirksam: In die Eingangsöffnung des Hauses wird eine Platte gesteckt, in der sich ein Ventilator befindet. Kann er im Gebäude einen konstanten Unterdruck erzeugen, ist alles in Ordnung. Wird der Sollwert nicht erreicht, gibt es un­dichte Stellen. Das können Lücken im Mauerwerk oder in der Isolierung sein, Verbindungskanten, an denen Bauteile aneinander stoßen – z.B. an der Verbindung von Wand und Dach. Selbst dort, wo Unterputz-Steckdosen nicht richtig verlegt sind, strömt unter Umständen Luft hindurch. Dann müssen Baufirmen nacharbeiten Der Bauherr sollte den Architekten bitten, eine Prüfung vorzunehmen. Und darüber sollte auch die Baufirmen frühzeitig informiert sein, dann arbeiten sie gleich beim ersten Mal korrekt.

Richtiger Prüfzeitpunkt ist wichtig:

Die Thermografie sollte, der Blower-Door-Test muss vorgenommen werden, bevor das fertiggestellte Haus eingerichtet ist: Solange noch keine Tapeten geklebt und Wandfarben gestrichen sind. Denn beides kann das Ergebnis verfälschen.

Der Blowerdoor-Test prüft die Dichtigkeit einer Gebäudehülle. | Foto: www.flib.deSchwachstelle Luftdichtheit:

Der Blower-Door-Test prüft die Luftdichtigkeit der Gebäudehülle. Acryl- und Latexfarben erhöhen diese Dichtigkeit zunächst, gaukeln also selbst bei undichten Wänden Dichtheit vor. Bekommt der Anstrich später Risse, streicht Zugluft durch die von Anfang an vorhandenen Fugen.

Schwachstelle Wärmebrücken:

Thermografieaufnahmen zeigen Wärmelecks und -brücken auf. Das können z.B. undichte Jalousie­kästen sein. Das Wärmebild weist aber auch fehlerhafte Dämmungen im Wand- oder Dachbereich nach., Damit Nachbeserungen möglich sind, muss auch diese Prüfung vor dem weiteren Ausbau erfolgen. Qualifizierte Anbieter im Internet unter: www.flib.de   


Fensterdichtungen selbst verbessern

So können auch Unge­übte die Heizkosten massiv senken: Bei undichten Fenstern werden die Spalten einfach mit langlebigen tesamoll Profil- oder Schaumstoff-Dichtungen abgedichtet. Das ist einfach und kostet nicht viel:

Um eine gute Haftung zu erhalten, sollte an jeder Ecke neu an­gesetzt und die Dichtung fest angedrückt werden. | Foto: Tesa
Zuerst die Verklebungsfläche reinigen und trocknen. | Foto: TesaDann das Schutzpapier nach und nach ablösen. Nun das energiesparende Dichtungsband ohne zu ziehen seitlich in den Falz drücken. | Foto: Tesa
  • Zuerst die Verklebungsfläche reinigen und trocknen.   
  • Dann das Schutzpapier nach und nach ablösen. Nun das energiesparende Dichtungsband ohne zu ziehen seitlich in den Falz drücken.
  • Um eine gute Haftung zu erhalten, sollte an jeder Ecke neu an­gesetzt und die Dichtung fest angedrückt werden.              

Weitere Tipps im Internet unter www.tesa.de.

 

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