„Wir retten Wälder auf profitable Art und Weise"

Artikel vom 08. Juli 2008
Die Life Forestry Group besteht aus der Life Forestry Switzerland AG und ihrem Vertragspartner Life Forestry Costa Rica SA. Sie unterhält Forest Stewardship Council (FSC)-zertifizierte Edelholzplantagen in den Tropenwäldern und hat sich auf eine sozialverträgliche, umweltfreundliche und ökonomisch tragfähige Waldwirtschaft verpflichtet. Experten mit mehr als 15 Jahren Erfahrung im nachhaltigen Forstmanagement bringen das notwendige Know-how in das Mitte 2006 gegründete Unternehmen ein. | Foto: LifeforestryDie Life Forestry Group besteht aus der Life Forestry Switzerland AG und ihrem Vertragspartner Life Forestry Costa Rica SA. Sie unterhält Forest Stewardship Council (FSC)-zertifizierte Edelholzplantagen in den Tropenwäldern und hat sich auf eine sozialverträgliche, umweltfreundliche und ökonomisch tragfähige Waldwirtschaft verpflichtet. Experten mit mehr als 15 Jahren Erfahrung im nachhaltigen Forstmanagement bringen das notwendige Know-how in das Mitte 2006 gegründete Unternehmen ein. | Foto: Lifeforestry

Ein Interview mit dem Forstexperten Ton Berends: Forstinvestments haben als Anlageklassen in den letzten Jahren mehr und mehr an Bedeutung gewonnen.

Um das volle Potenzial solcher Engagements auszuschöpfen und hohe Renditen zu erzielen, sind professionell bewirtschaftete Baumbestände die entscheidende Voraussetzung.

Herr Berends, Sie bauen seit 15 Jahren Teakholzplantagen in Costa Rica auf. Wie kamen Sie dazu?

Ton Berends: Anfang der 90er-Jahre wurde das Unternehmen, für das ich arbeitete, an einen großen Konzern verkauft. Ich begann, über meine berufliche Zukunft nachzudenken. Damals las ich viel darüber, dass die Regenwälder in ihrer Existenz bedroht sind. Als ich von nachhaltig bewirtschafteten Plantagen hörte, überzeugte mich die Idee sofort. Bestechend war, Wälder auf finanziell profitable Weise zu retten. So ließ sich das ökologische Engagement auf eine sehr viel breitere Basis stellen.

Mit wem haben Sie bislang zusammengearbeitet? Wer investiert in Teakholzplantagen?

Ton Berends: Ich habe mit vielen Menschen und Unternehmen in Costa Rica zusammengearbeitet. In den ersten Jahren war ich Auftragnehmer einer einheimischen Firma. So lernte ich, dort Geschäfte zu machen. Später gründeten wir unser eigenes Unternehmen und entwickelten eigene Plantagen. Die Größe der Anpflanzungen reichte von 5.000 Euro bis über eine
Million. Außerdem entwickelten und bewirtschafteten wir Plantagen für professionelle Investoren wie Fondsgesellschaften. Einige erstreckten sich über mehrere Tausend Hektar.

Als Forstexperte bringen Sie das gesamte fachliche Know-how ein. Nach welchen Kriterien wählen Sie die Finanzpartner für eine fruchtbare Zusammenarbeit aus?

Ton Berends: Entscheidend ist das finanzielle Stehvermögen. Unsere Partner müssen in der Lage sein, ein gesamtes Projekt gemeinsam mit uns zu stemmen. Nachhaltige Forstwirtschaft ist ein Langzeitgeschäft. Man benötigt ausreichend Reserven, um auf den Ertrag warten zu können.

Weshalb engagieren Sie sich in Mittelamerika und wie fiel die Wahl auf Costa Rica?

Ton Berends: Generell ist das westeuropäische Klima für Tropenhölzer ungeeignet. Für den Standort Costa Rica habe ich mich aus verschiedenen Gründen entschieden: Es ist ein politisch stabiles Land mit einer friedlichen Geschichte. Die Böden sind fruchtbar und die Arbeitskräfte gut ausgebildet. Zudem überzeugten mich das Investitionsklima und die Haltung der Regierung zur nachhaltigen Waldwirtschaft. Nicht umsonst nennt man Costa Rica die Schweiz Zentralamerikas.

„Einen alten Baum verpflanzt man nicht“, heißt es. Birgt es nicht Risiken, eine asiatische Pflanze in Mittelamerika zu kultivieren?

Ton Berends: Anfangs wusste man nicht, ob die Bäume überhaupt in dieser Region wachsen. Doch wurde Teak bereits vor über 50 Jahren in Zentral- und Südamerika eingeführt. Es zeigte sich, dass die Pflanzen in dieser Gegend hervorragend gedeihen, und man begann, mehr und auch größere Plantagen anzulegen. Außerdem blieben die Bäume hier von Krankheiten verschont. Viele natürliche Feinde des Teaks, mit denen man in Asien zu kämpfen hat, sind in Costa Rica bisher nicht aufgetreten.

Worauf achten Sie, wenn Sie den Grund und Boden für eine neue Plantage auswählen?

Ton Berends: Es kommt auf eine ganze Reihe von Faktoren an: auf die Größe der Plantage, die Fruchtbarkeit des Bodens und dessen Säuregehalt, auf den jährlichen Niederschlag und die Dauer der Trockenzeit. Nur in einem lockeren Erdreich entwickeln die Bäume ein gesundes Wurzelsystem. Außerdem muss das Gelände gut erreichbar und in eine intakte Infrastruktur eingebunden sein.

Haben Sie im Laufe der Jahre, die Sie in Costa Rica tätig sind, auch schlechte Erfahrungen gemacht?

Ton Berends: Ja, denn ein Baum ist ein natürliches und kein maschinelles Produkt. Selbst wenn scheinbar alle Faktoren für eine erfolgreiche Anpflanzung gegeben sind, kommt es vor, dass die Teaks nicht gut gedeihen. Sogar Forstexperten sind in solchen Fällen manchmal überfragt. Glücklicherweise geschieht das sehr selten und nur in kleinen Gebieten. In der Regel tauscht man die Teaks dann einfach aus oder ersetzt sie durch eine andere Baumart.

Welche Faktoren beeinträchtigen das Wachstum von Teakbäumen oder gefährden sogar die Ernte?

Ton Berends: Die meisten Risiken sind natürlicher Art. Deshalb gilt es, das Gelände besonders sorgfältig auszuwählen. Wir pflanzen nur in Gebieten, in denen weder Hurrikans noch Vulkanausbrüche, Überschwemmungen oder ähnliches vorkommen. Zudem haben wir Feuerschneisen angelegt und für Angestellte und Besucher gelten strenge Brandschutzvorschriften. Sind die Teaks erst einmal drei oder vier Jahre alt, überstehen sie sogar Waldbrände. Darüber hinaus kontrollieren unsere Angestellten die Plantage ständig auf Krankheiten und Schädlinge. Sie melden jede Auffälligkeit, sodass wir umgehend Gegenmaßnahmen ergreifen können.

Käufer in Deutschland achten zunehmend darauf, ob Holzprodukte FSC-zertifiziert sind. Wirkt sich dies auf die Forstwirtschaft aus?

Ton Berends: Nein. Schon bevor der Forest Stewardship Council bekannt wurde, orientierten wir uns an den Prinzipien einer nachhaltigen Forstwirtschaft.     Längst schützen wir die bestehenden natürlichen Regenwälder. Wir richten uns nach lokalem Recht und befolgen die einheimischen Regeln. Unsere Angestellten werden gut bezahlt und sind sozial abgesichert.

Könnten Sie uns einen Eindruck von der Arbeit auf der Plantage vermitteln? Wie sieht deren Arbeitsalltag aus?

Ton Berends: Die Bewirtschaftung einer Teakplantage ist sehr arbeitsintensiv. Ein Angestellter ist bei uns für etwa 30 Hektar Wald zuständig. Er mäht zwischen den Bäumen, beschneidet sie, hilft bei der Ausforstung, hält die Straßen frei und repariert die Zäune.    
Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.lifeforestry.com   

Die Life Forestry Group beschäftigt mittlerweile 26 Mitarbeiter. Die Gruppe verfügt zurzeit über 440 Hektar Teakplantagen. Für das Jahr 2008 sind weitere Expansionen geplant so etwa der Zukauf von 1.500 Hektare Plantagenfläche in Ecuador.

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