Symbiose mit Gewinn

Artikel vom 01. Juli 2008
Die Wirkung der Photovoltaik-Anlage wird durch die Kombination mit einer Dachbegrünung verbessert. Denn die Verdunstungskühlung der Pflanzebene stellt eine günstig niedrige Umgebungstemperatur sicher. | Foto: ZincoDie Wirkung der Photovoltaik-Anlage wird durch die Kombination mit einer Dachbegrünung verbessert. Denn die Verdunstungskühlung der Pflanzebene stellt eine günstig niedrige Umgebungstemperatur sicher. | Foto: Zinco

Auf deutschen Dächern liegen noch riesige Flächen zur Begrünung brach – ein lohnendes Betätigungsfeld für Dachdecker. Für die ökologische Dachgestaltung...

gibt es außerdem spannende Möglichkeiten der finanziellen Förderung. Richtig Geld verdienen Kunden, wenn sie Gründach und Solarstromanlagen miteinander kombinieren. Solarstromanlagen fühlen sich auf Gründächern besonders wohl. Denn die Pflanzendecke auf dem Dach wirkt im Sommer kühlend, weil es keine Wärmerückstrahlung wie etwa bei einem Ziegel-, Kies- oder gar Metalldach gibt. Im Gründachaufbau wird außerdem Wasser gespeichert, das bei der Verdunstung einen natürlichen Kühleffekt bewirkt. Das bringt Vorteile für Photovoltaik-Module. Die sind nämlich bei niedrigen Betriebstemperaturen besonders wirksam und erzeugen am meisten Strom.

Wie rechnet sich die tatsächliche Leistung?

Nach einer groben Faustregel sinkt dagegen die Leistung von Solarmodulen bei jedem Grad Erwärmung über 25° C um 0,5 % ab – auf einem kühlenden Gründach bringen sie also mehr Stromertrag. Zwischen einer „nackten“ und einer begrünten Dachfläche können im Sommer leicht Temperatur- unterschiede von 40 Kelvin entstehen – das bedeutet dann 20 % mehr Ertrag für Solarstromanlagen mit grünem Unterbau.

Solar-Basis-Platten inkl. Grundrahmen. | Foto: Zinco

Die Solar-Basis-Platten inkl. Grundrahmen werden entweder auf mit Filtervlies abgedeckten Dränelementen oder direkt auf der mit einer hochwertigen Schutzlage abgedeckten Dachabdichtung platziert, ausgerichtet und entsprechend der notwendigen Auflast mit Systemerde überdeckt.

Für Flachdächer und leichte Neigungen

Grundsätzlich eignen sich alle Dachformen vom Flachdach über die modernen Tonnendächer bis zu den klassischen Satteldächern für die Dachbegrünung, sie dürfen nur nicht allzu steil sein. Ab einer Dachneigung von 15° wird allerdings die Kombination von Begrünung und Solar schwierig und lohnt meistens nicht. Auf Flachdächern mit ihrem typischen Neigungs- winkel von 2 – 5° oder auf leicht geneigten Dächern dagegen harmonieren Begrünung und Solaranlage ohne weiteres. Für ebene Dachflächen bietet die Solarindustrie preisgünstige Gestelle, in denen die Photovoltaikmodule mit dem richtigen Anstellwinkel befestigt werden. Die Montagegestelle werden beispielsweise durch einfache Betonplatten beschwert. Zum Schutz der Dachabdichtung vor diesen hohen Punktlasten sollten dann allerdings Bautenschutzmatten darunter gelegt werden. Noch einfacher geht es aber mit der Dachbegrünung: Auf Basis eines bewährten Dränelementes bietet z.B. der Gründach-Spezialist ZinCo eine spezielle Solarträgerplatte, die Solar- basis SB 200. An ihr werden die Alu-Tragrahmen für die Solaranlage (für besonders ökologische Naturen gibt es auch solche aus Robinienholz) befestigt. So vormontiert, werden die Einheiten ausgerichtet und mit Systemerde verfüllt. Diese sichert zum einen die nötige Auflast und lässt die Pflanzen dauerhaft wachsen. Als letzter Schritt werden die Module montiert. Bei der Kombination von Dachbegrünung und Solarstrom-Modulen muss man allerdings darauf achten, dass sie einander nicht das Licht wegnehmen.

Der richtige Systemaufbau sichert den dauerhaften Begrünungserfolg. | Foto: Zinco

Neben ihrem attraktiven Aussehen überzeugt die Dachbegrünung mit zahlreichen, handfesten ökologischen und ökonomischen Vorteilen. Vorausgesetzt natürlich, der richtige Systemaufbau sichert den dauerhaften Begrünungserfolg.

Dachbegrünung lohnt sich - vom kleinen Garagendach bis zum großen Industriedach. | Foto: Zinco

Dachbegrünung lohnt sich - vom kleinen Garagendach bis zum großen Industriedach.

Extensive oder intensive Begrünung?

Von einer intensiven Begrünung wird daher abgeraten, denn höher wachsende Pflanzen könnten die PV-Module beschatten und damit den Stromertrag schmälern. Andererseits dürfen auch die Solarpanels dem Dachbewuchs nicht zuviel Licht wegnehmen. Je breiter und großflächiger die Module sind, desto größer muss der Abstand zu den Pflanzen sein, damit sie ausreichend Licht und Wasser bekommen.

Grüne Dächer leisten einen wesentlichen Beitrag für ein gesünderes Klima. | Foto: Holl Flachdachbau

Grüne Dächer leisten einen wesentlichen Beitrag für ein gesün-
deres Klima in städtischen Ballungsräumen. Sie sorgen für Abkühlung und Luftbefeuchtung,
halten das Wasser zurück, binden Schadstoffe, verbessern den Schall- schutz, schützen vor hochfrequenter Strahlung (z. B. von Mobilfunk-Sendeanlagen).   

   

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