Blower-Door-Test:
Bleibt die Wärme auch wirklich im Haus?

Artikel vom 01. Juni 2007
Blower-Door-Test SigaDer Blower-Door-Test unsterstütz den Nachweis, ob ein Haus luftdicht ist, oder nicht. | Foto: SIGA

Eine effektive Wärmedämmung ist ein Muss. Diese funktioniert nur, wenn das Haus luftdicht verklebt ist. Ein Blower-Door-Test prüft die Luftdichtheit der eigenen vier Wände und spürt Lecks auf.

Wohnräume müssen gelüftet werden, um Feuchtigkeit abzutransportieren. Dieser Luftaustausch sollte jedoch ausschließlich durch geöffnete Fenster oder eine Lüftungsanlage und nicht unkontrolliert Tag und Nacht durch undichte Stellen in der Gebäudehülle stattfinden. Sie treiben die Heizkosten in die Höhe, führen zu Unbehagen, weil es permanent zieht, und darüber hinaus zu Bauschäden durch Schimmelbildung. Deshalb schreibt die Energieeinsparverordnung (EnEV) eine luftdichte Schicht für Ge­bäude vor.

Kritische Stellen entdecken

Kritische, leckageanfällige Stellen sind beispielsweise Dachfenster oder Bereiche, in denen Kabel und Rohre von innen nach außen geführt werden. Sie verlaufen aus dem Wohnbereich durch die Dämmschicht nach außen und müssen mit einem Hochleistungs­klebeband exakt abgeklebt werden. So wird sichergestellt, dass keine Luft unkontrolliert aus dem Haus heraus – oder in das Haus hineingelangt.

Differenzdruck-Messung

Wer sich Klarheit darüber verschaffen  möchte, ob sein Eigenheim luftdicht ist, kann eine Differenzdruck-Messung, den so genannten Blower-Door-Test, durchführen lassen. Standard ist der Test bereits bei Niedrigenergiehäusern, also Gebäuden, die kaum mehr Heizenergie verbrauchen. Mit der Messung wird festgestellt, wie oft sich das Luft­volumen in den Räumen eines Hauses pro Stunde auswechselt. Und so funktioniert der Luft-dichtheits-Check: Für die Messung wird ein Gebläse mit einem folienbespannten Rahmen luftdicht in eine geöffnete Außentür oder ein Fenster eingesetzt. Der Ventilator, der Luft in das Haus hineinbläst oder heraussaugt (Überdruck- beziehungsweise Unterdruckmessung), erzeugt, sofern alle anderen Gebäudeöffnungen fest verschlossen sind, eine bestimmte Druckdifferenz zwischen innen und außen. Um sie aufrecht zu er­halten, muss das Gebläse umso mehr arbeiten, je mehr Luft durch Leckstellen nach außen entweicht oder bei Unterdruck in das Haus eindringt.

Der Einsatz von Thermographie-Kameras

Wird an den gemessenen Werten deutlich, dass es im Haus undichte Stellen gibt, gilt es heraus­zufinden, wo diese sind. Während der Unterdruckmessung im Ge­bäude lassen sich größere Un­dichtigkeiten bereits mit bloßer Hand er­tasten. Um sie besser sichtbar zu machen, können auch Luftgeschwindigkeitsmesser und Therm­ographie­kameras eingesetzt werden. Besonders anschaulich ist die Leckagesuche mit Nebel und Überdruck. Dazu wird das Haus mit Theaternebel gefüllt. An undichten Stellen quillt der Rauch regelrecht aus dem Ge­bäude – so wird für im Freien stehende Beobachter eindrucksvoll sichtbar, wo und wie die warme Luft entweicht.

Schwachstellen lokali­sieren und beseitigen

Foto: Siga IBGSind die Schwachstellen lokalisiert, sollte der Bauherr gemeinsam mit dem Handwerker be­raten, wie sie beseitigt werden können. Empfehlenswert ist es, die Messung zeitlich so anzu­setzen, dass Nachbesserungen problemlos möglich sind, etwa nach dem fachgerechten Verkleben der luftdichten Schicht und vor der Montage der Innenverkleidung. Angeboten wird der Blower-Door-Test unter anderem von Bausachverständigen und vom Handwerk. Was ein solcher Test genau beweist und wie er abläuft, zeigt ein kurzer Film, der in neben stehender Servicespalte zu sehen ist.

Weitere Infos unter www.sigafilm.ch .

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Im folgenden Video der Schweizer Firma SIGA wird der Blower Door Test erklärt.
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