Selber ausbauen will gekonnt sein
Das Aufbringen der Deckenplatten ist eine klassische Eigenleistung, die jedoch nicht alleine durchgeführt werden sollte. Foto: Xella/FermacellWer den Innenausbau seines Hauses selbst vornehmen will, sollte sich schon im Vorfeld über Materialien und Verarbeitungs-Techniken ausführlich informieren.
Bausätze für den Innenausbau werden zwar in der Regel von dem Hausher- steller bereits nach Gewerke geordnet angeboten, doch gerade im Innenausbau sind die individuellen Sonderwünsche enorm. Außerdem liegt gerade dort ein riesiges Einsparpotential für den Bauherren verborgen. Doch Vorsicht ist geboten, vor allem, wenn es um die so genannten kritischen Gewerke wie Sanitär, Strom und Heizungsanlagen geht. Wer hier glaubt, selbst Hand anlegen zu können, muss auch die Konsequenzen im Schadensfall selbst tragen. Ein hohes Risiko, das es abzuwägen gilt. Doch ca. 80% des Innenausbaus können durchaus von mittelmäßig handwerklich Begabten ausgeführt werden.
Wände schaffen Räume
Sind sie erst mal geglättet und verspachtelt, verschwindet die Rohbau- atmosphäre im Neubau. Für Selbstbauer, die vorher noch nie mit Putz und Kelle gearbeitet haben, empfiehlt es sich, erst einmal einige Übungswände anzulegen. Dazu bietet sich der Keller oder ein Lagerraum bzw. der Heizungsraum bestens an. Anschließend geht’s dann an die Wohnräume. Bei Gipsplatten genügt ein dünnes Auftragen von nicht zu festem Gips, um die Stoßkanten und Dübelvertiefungen verschwinden zu lassen. Kalkulieren Sie allerdings für die einzelnen Arbeiten auch die richtigen Zeiten ein, denn auch für Selbsthausbauer gilt: Zeit ist Geld. Das Wichtigste beim Innenselbst- ausbau ist die Flexibilität, d.h. in Sachen Gestaltung ist der Bauherr vollkommen frei und kann sich bereits beim Setzen der Trennwände auf die Maße der späteren Einbauten wie Küche, Bad oder Wohnzimmer einstellen. Doch ungeübte Hände arbeiten nicht immer perfekt und das rächt sich später in Form von sichtbaren Fugen oder Unebenheiten. Ein Makel, den es zu vermeiden gilt. Vor allem die sichtbaren Schichten an Wänden, Decken und Fußböden sollten mit Akribie und Präzision geglättet werden. Hierzu sind Rauhraspel oder sogar Schmirgelmaschinen sehr hilfreiche Korrektur- werkzeuge. Bevor Sie allerdings mit Ihren „Aktivitäten” beginnen, sollten Sie sich sicher sein, dass der Rohbau absolut durchgetrocknet ist, um spätere Feuchteschäden zu vermeiden. Erst nachdem die Wände gesetzt, die Leitungen für Strom, Sanitär und Heizung verlegt, die Decken mit Gipsplatten versehen und verspachtelt sind, bietet sich dem Betrachter ein schon beinahe perfektes Raumbild.
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Der Vorteil des Trockenbaus liegt in der Flexibilität der Wandgestaltung, hier eine Wand mit Einbaumöglichkeiten. | Das kann jeder: Verlegung der Trittschalldämmung, die entweder geklebt oder geschraubt werden kann. |
Spielen mit Material und Form
Jetzt sind die Feinheiten an der Reihe: Die tragenden Innenwände geben zwar den Grundraster des Hauses vor, dennoch geben die „Zwischenräume” noch viel Spielraum für individuelle Raumgestaltung. So kann zum Beispiel durch geschickte Planung gleich ein oder mehrere Schränke mit in die Wandkonstruktion eingebaut werden. Zu den nach wie vor beliebtesten Innenausbau- Materialien zählt das Holz, denn es vermittelt behagliche Wärme und wirkt sich positiv auf das Raumklima aus. Nicht zu vergessen, Holz lässt sich sehr einfach verarbeiten und die Vielfältigkeit der einzelnen Holzinnen- ausbau-Elemente ist nahezu grenzenlos. So können Zwischen- wände durchaus auch transparente Elemente aus sandgestrahltem Glas oder aus beweglichen Schiebetüren enthalten. Rundbögen oder dreiviertelhohe „Mauern”, die aus verkleideten Holzelementen bestehen, geben dem Raum des Besondere Etwas.
Welche Ausbaustufe ist die Richtige?
Für den fachgerechten Innenausbau Ihres Ausbau- oder Bausatzhauses stehen je nach Anbieter eine Vielzahl von Ausbaupaketen zur Verfügung. Ausführliche Montageanleitungen und die heimwerkergerechte Vorbereitung sollen dem Bauherrn die Eigenleistung erleichtern. Doch welche der beiden Mitbauvarianten ist für Sie die geeignete. Hier eine kurze Definition:
Bausatzhäuser...
... hier unternimmt der Bauherr den Roh- und Innenausbau selbst. Bausatzanbieter verkaufen ihr selbstbaugeeignetes Material und das dazu gehörende Know-how. Die Materialien sind vielfältig: Massiv gebaut wird mit leichtgewichtigen Plansteinen; Holzblockhäuser entstehen in der Blockbohlenbauweise; ein Mauerwerk, bei dem Dämmung und Aussteifung voneinander getrennt sind, ist das Grundprinzip der Schalungssteine aus zementgebundenen Holzspänen, Styropor oder ähnlichen Materialien. Im Leistungsumfang enthalten ist das gesamte Material für den Rohbausatz, meist inklusive Montage des Dachstuhls.
Ausbauhäuser ...
... werden zumeist von Fertighausfirmen errichtet. Die Haushülle (fertige Außenwände, Fenster, Haustür und Dach) wird in jedem Fall komplett erstellt. Der Leistungsumfang (das was man für den Grundpreis erhält) umfasst jedoch nur einen Teil des Innenausbaus, wie zum Beispiel die Geschossdecken, Treppen, Beplankung der Innenwände und Ähnliches. Um die Heizung, Sanitär- und Elektroinstallation, den Estrich, die Malerarbeiten et cetera muss sich der Bauherr je nach Ausbaustufe selbst (bauseits) kümmern - oder aber für Materialbereitstellung und Ausführung durch die Fertigungsfirma extra bezahlen. Ausbaupakete beinhalten. nach Gewerken sortiert. das zum Innenausbau notwendige Material.






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