Erdhügelhaus:
Individuell gebaut, der Natur ganz nah

Artikel vom 01. Januar 2008

(Foto: SolArc / Große & Partner)

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Idyllisch wirken die Erdhügelhäuser mit überwachsenen Fassaden.

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Ein Haus, das sich völlig in die Natur einpasst, den Boden nicht versiegelt, extrem wenig Energie verbraucht und aus natürlichen, gesunden Baustoffen besteht, ist jetzt in Ludwigsburg entstanden.

Das Augen­fälligste an dem ungewöhnlichen Wohngebäude ist  die äußere Er­scheinung: Unter einer Decke aus Erde, Gras und Felsen ruht ein halbrunder Holzbau. Ein Tonnendach aus Leimbindern und Giebelwände aus Holzrahmen bilden die tragende Konstruktion. Nur an den fast zehn Meter breiten Giebelseiten öffnet es sich großzügig dem Licht. Im kommenden Frühjahr wird die unkonventionelle Dacheindeckung in eine blühende Wiese verwandelt sein und dem Erdhügelhaus seinen ungemein naturnahen Charakter verleihen. Das selbst tragende Tonnengewölbe ermöglicht eine völlig freie Planung im Inneren und gestattet dadurch viel Raum für eigene Kreativität. Die Ludwigsburger Bauherren ließen sich vom Architekten Gerd Hansen einen organischen Grund­riss planen. Die archaische Gebäude­form wurde im Inneren durch Lehmwände und eine ungewöhnliche Farbgebung aufgenommen. Fast alle Ausbauarbeiten hat die dreiköpfige Familie mit Freunden und Verwandten in Eigenleistung ausgeführt, und sich so auf 220 Quadratmetern großzügige Räume geschaffen. Die wenigen geschwungenen Innen­wände im Erdgeschoss wurden mit Lehmsteinen gemauert und in warmen, erdigen Tönen lasiert, um den naturnahen Charakter des Hauses zu unterstreichen. Auch im Bad und WC wurde mit Farbe ge­staltet und kaum gefliest. Der steinharte Boden aus Zementschlämme ist ebenso wasserfest wie die Beschichtung der schneckenförmigen Dusche. Hier wurden die Wände in Tadelakttechnik beschichtet, einer ur­sprüng­lich marokkanischen Spachteltechnik, mit der sogar Badewannen ausgekleidet werden. Der verbliebene 80 Quadratmeter große Wohnbereich mit offener Küche ist in unterschiedlichen Oberflä­chentechniken in Grün und Rosa gestaltet. Hier dominiert die groß­zügige, elegant geschwungene Wendeltreppe in der MitteSolArc Erdhügelhaus Erdhügelhäuser Aufbau Grundriss des Raumes. Mit nur einem tragenden Mittelholm und einer Brüstung aus Glasbausteinen passt sie sich der Ausgang  perfekt in den Wohnbereich ein, ohne die Blickachsen zu stören. Im Obergeschoss befinden sich die geräumigen Schlafräume. Hier kann man das Tonnengewölbe besonders gut erleben. Das Erdhü­gel­haus besitzt gegen­über konventionellen Entwürfen eine um etwa 20 Prozent geringere Wärmeverlustfläche; diese ist mit einer 33 cm starken Wärmedämmung und Passivhausfenstern optimiert worden. Eine dicke Erdschicht, die sich um und über das Haus schmiegt, trägt maßgeblich zu seiner hervorragenden Energiebilanz bei. Dank einer ausgeklügelten Kombination von Sonnenkollektoren, Lüftungsanlage und kleinem Kaminofen im Wohnbereich, wird das Haus wirtschaftlich und umweltfreundlich mit Wärme versorgt. Eine kontrollierte Be- und Entlüftung garantiert immer frische Luft, lässt dabei aber die Wärme im Haus: Die Außenluft wird in der Zuleitung, die tief im Erdreich verlegt wird, auf zirka acht Grad temperiert. Ein Wärmetauscher entzieht der Abluft aus Bad und Küche die Wärme und gibt sie weiter an die vortemperierte Frischluft. Erst an richtig kalten Tagen wird die Luft zusätzlich nacherwärmt. Das Ludwigsburger Erdhügelhaus ‚SolArc’ kann so mit einer Jahresheizkosten-Rechnung von rund 150 Euro aufwarten. Die Betriebskosten eines Hauses werden auch durch seinen Wartungsaufwand mitbestimmt. Beim ‚SolArc’ gibt es keine Verschleißteile wie Dachziegel und Rinnen, die Aluminiumabdeckungen an den Fenstern müssen nie gestrichen werden. Sogar die Elementarschaden-Versicherung konnte durch das sturm- und hagelfeste Grasdach günstiger abgeschlossen werden. Die Investitionskosten für das Ludwigsburger Erdhügelhaus lagen bei 280.000 Euro, für das Grundstück kamen knapp 220.000 Euro hinzu. Bei der KfW-Bank erhielten die Bauherren ein zinsgünstiges Darlehen, das ihnen die Finan­zierung ebenso erleichterte wie die  um­fangreichen Eigenleistungen.

 

>> Konsequent baubiologisch <<

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