Weber Haus "Option" Moderner Kubus unter alten Bäumen

Wie wohnt und lebt es sich im WeberHaus Option? Alfred Kordwig und Heike Höhn berichten:
Zugegeben: Liebe auf den ersten Blick war es nicht. Der von einer renommierten Architekturzeitschrift ausgelobte „HÄUSER-AWARD 2004“ brachte dem in edlem Lärchenholz eingekleideten, mit überdimensionalen Glasflächen ausgestatteten und futuristisch anmutenden Wohnkubus, genannt Option, zwar einen beachtlichen zweiten Platz ein. Doch auch für uns blieb es nach Durchblättern des „Buches zum Wettbewerb“ zunächst bei einer Option: Nicht ausgeschlossen, dass wir uns irgendwann noch einmal etwas näher
mit dem prämierten „kleinen klugen Haus“ beschäftigen. Diese erste Zurückhaltung hatte ihre Gründe. Unser fast 2000 Quadratmeter großes Grundstück, am Stadtrand von Bad Königshofen gelegen, mit Teich, altem Brunnen und jeder Menge Natur, war uns im Laufe der Jahre so sehr ans Herz gewachsen, dass wir uns eine Bebauung nur schwerlich vorstellen konnten. In unmittelbarer Nähe steht ein über 200 Jahre alter ehemaliger Brauereikeller, in dem Fledermäuse überwintern, und, direkt an der Grundstücksgrenze, ein fast ebenso alter wilder Birnbaum, der in der ganzen Region seinesgleichen sucht. Um 1900 fanden auf dem dreiseitig von Hecken, Büschen und Bäumen, vorwiegend Eschen, umschlossenen Grundstück Freilichtspiele statt.
Die Zeit, ein Haus mitten in dieses naturbelassene und geschichts-
trächtige Areal hineinzubauen,
drängte auch deshalb nicht wirklich,
weil wir recht schön inmitten des
kleinen Kurstädtchens wohnten.
Wochen vergingen. Dann ein Inserat in der Tageszeitung. Von einem „Tag der offenen Tür“ in der Nähe von Marktbreit bei Kitzingen war zu lesen. „Schauen Sie sich doch mal das flexible Hauskonzept Option in aller Ruhe an“. Wir hatten gerade einen Kurzurlaub geplant und der Ort lag direkt auf unserer Rückreisestrecke. Nach der Besichtigung waren wir zwar auch noch nicht restlos überzeugt, aber schon ein ganzes Stückchen weiter. Ein paar Monate später, nach einer weiteren Besichtigung des „Haus Option“ in der „World of Living“ bei WeberHaus in Rheinau-Linx, zogen wir dann tatsächlich ein und ein spannendes Experiment nahm seinen Lauf:
Wie wohnt es sich in einer nur rund 66 Quadratmeter großen preisgekrönten „Kartoffelkiste“, wie ein Mitglied des Stadtrates das Gebäude bei der Behandlung des Bauantrages etwas geringschätzig bezeichnete? Hält uns der kleine Pelletsofen, der im großzügig verglasten Wohnbereich steht, im Winter auch ausreichend warm? Kriegen wir alles unter in der Mini-Küche, im Bad und im winzigen Abstellraum unter der Treppe? Schließlich hat das Haus wegen derschwierigen Erschließungsverhältnisse keinen Keller. Und was sagen die Nachbarn? Die gewagte Architektur erinnert ja tatsächlich etwas an eine Kiste der einen überdimensionalen Übersee-Container.
Um es kurz zu machen: Nach einem „Optionalen Jahr“ ziehen wir eine
rundum positive Bilanz. Das Haus ist schon
wegen der Ausblicke Tag
für Tag ein Erlebnis und groß genug für zwei,wenn nicht drei Bewohner, zumal uns ein ortsansässiger Zimmerer einen 20 Quadratmeter großen Anbau maßgeschneidert hat, der sich dem Hauptgebäude optisch unterordnet. Wir sind nicht erfroren und die Nachbarn reden immer noch gerne mit uns.
Doch was das Allerwichtigste ist: Rückblickend erweist
sich der Aufbau des von den „Bauart-Architekten“ aus
Bern entworfenen Wohnkubuses durch WeberHaus als ein echter Glückgriff. Keine Probleme bei der Kaufabwicklung, keine Probleme beim Aufbau des Hauses und, ein gutes Jahr nach Einzug, keine nennenswerten Beanstandungen.
„Das Haus, das mir gefallen würde, bestünde aus einem großen Raum in dem man in einer Ecke mit seinen Freunden redet, in einer anderen isst, in einer anderen schläft und in einer anderen arbeitet.“ Im Option von Weber Haus kann man diese Einstellung zum Leben und Wohnen, die vor über 100 Jahren der berühmte englische Kunsthandwerker und Schriftsteller William Morris zu Papier gebracht hat, perfekt in die Praxis umsetzen. Und durch unseren kleinen Anbau halten wir uns eine weitere Option offen: Man kann dort auch, wenn es denn mal sein müsste, die Wäsche aufhängen _ oder die über 30 Jahre alte Carrera-Autobahn aufbauen. Zur Zeit macht es sich dort unser fast zehn Jahre altes Pflegekaninchen namens Hägar gemütlich.
Wir sind uns jedenfalls einig: Das kleinste aller Weber-Häuser trägt seinen Namen völlig zurecht - ob mit oder ohne Erweiterungsbau. Wir haben bislang nur positive Erfahrungen mit ihm gemacht und auch „Kommentare von außen“ gab es schon reichlich. Der häufigste Satz, den wir im vergangenen Jahr von Nachbarn und Besuchern gehört haben: „Das Haus passt doch ganz prima da rein“
Im Frühsommer haben wir Lavendel gepflanzt. Neben Kräutern und Blumen könnten durchaus auch ein paar Nachtschattengewächse folgen. Zumindest die eine oder andere der geschichtsträchtigen Kartoffelknollen, die Columbus anno dazumal aus der Karibik mitgebracht hat, wird bestimmt noch Einzug halten bei uns. Und dann hätte der Stadtrat von damals ja doch nicht ganz verkehrt gelegen - mit seiner „Kartoffelkiste“...
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