Mediterran bauen
Ein Stück Spanien " im Odenwald

Artikel vom 01. Februar 2008

Flachgeneigte Dächer und warme Fassadenfarben sind typische Details für südeuropäische Bauweise

Foto: Nelskamp

Durch Spezielle Sortierung der engobierten Dachziegel enstanden lebendige Dachflächen

Foto: Nelskamp

Mediterranes Flair in der Gartensiedlung "Asturien"

Foto: Nelskamp

Lorsch ist eine beschauliche Kleinstadt an der Bergstraße am Rande des Odenwaldes. Hier entsteht eine neue Gartensiedlung und sie heißt „Asturien" - so wie die nordspanische Region am Golf von Biskaya.

 

Und das hat seinen Grund: Denn für südlichen Charme sorgen Architektur, Straßendetails und mediterran engobierte Tondachziegel, die Flachdachziegel „F 15" von Nelskamp.


Der Baustil einzelner Gebäude, mediterrane Farben an Fassaden und auf Dächern sowie Straßenbegrenzungen aus Trockenmauerwerk sind dem Ambiente des Fürstentums Asturien nachempfunden. "Gemeinsam mit den Behörden konnten wir eine Gesamtplanung erstellen, die sowohl Bebauungsplan als auch Verkehrskonzept umfasst - so etwas ist bisher in Deutschland noch relativ selten", berichtet Hans R. Eller von der IB Wohnbau GmbH in Darmstadt. Die Gemeinde Lorsch in Südhessen ermöglichte architektonische Harmonie in Verbindung mit sorgfältiger Landschafts-gestaltung - und Ökologie. Ein Randbereich, fester Bestandteil des Bebauungsplans, schafft die notwendigen, ökologischen Voraussetzungen z. B. für die Wasserableitung. Zur Gartenstadt gehören eine Tiefgarage und insgesamt
95 Wohneinheiten. Sie verteilen sich auf fünf Reihenhäuser, ein Drittel einzeln stehender und zwei Drittel Doppelhäuser. In drei Objekten stehen 17 Eigentumswohnungen zur Verfügung. Ein Gestaltungshandbuch regelt den Einsatz von Farben, Materialien, Bepflanzung, Anbauten etc. verbindlich.

Atmosphäre durch
Farben und Material

Nicht nur die Namen der einzelnen Haustypen wie „Gijon", „Tineo Sol" oder „Villa Panes" vermitteln südliches Flair - auch ihr Baustil erinnert an Spanien. Dazu tragen vor allem die Dächer bei: Alle sind relativ flach geneigt, großzügig angelegte Dachterrassen oder Balkone laden zum Sitzen im Freien ein. Andere Gebäude sind mit Aufbauten über dem Hauptdach versehen, die für gemütliche, helle Dachzimmer sorgen. "Die Eindeckung mit den mediterran engobierten Flachdachziegeln von Nelskamp in gelb- oder rotbraun geflammten Naturtönen ist das „Tüpfelchen auf dem i", stellt Eller fest. Vorherrschende Fassaden-Farben sind gelbe, rötliche bis braune Naturtöne. Die Pflasterung der Gehwege und Straßen bilden naturfarbene Rustikal- und Rasenfugen-Steine. Als Blickfang (und Sitzgelegenheit) dienen kleine Mauern.

Ökologisches
Regenwasserkonzept

Neben dem in der Siedlungsmitte gelegenen Treffpunkt mit einem Quellstein erhält die Siedlung eine Vielzahl kleinerer Plätze, die den nachbarschaftlichen Kontakt unterstützen. Jeder dieser Bereiche steht unter einem speziellen Motto - die Nutzung wird durch die Farbe des Straßenpflasters bestimmt. Daneben entsteht eine typische Struktur u.a. durch Regenwasserrinnen, die neben ihren ökologischen Aufgaben den Kindern der Siedlung im Spiel die Erfahrung mit Wasser ermöglichen sollen. Der Umgang und das Dasein mit Wasser gehört nämlich zu den grundlegenden Elementen des neuen Wohnquartiers. „Leben wird durch Wasser gefördert und ist mit diesem Stoff eng verbunden. Lebendigkeit wird durch bewegtes Wasser unmittelbar erlebt und sinnlich wahr genommen. Es tendiert von sich aus zu einem Gleichgewicht und zu Harmonie," - so lautet die Philosophie des Planungsbüros Dreiseitl aus Überlingen. Deshalb sorgten
sie dafür, dass Regenwassersammlung, Ableitung und Rückhalt gestalterische Bestandteile der öffentlichen Räume in der Gartenstadt bilden. Das gesammelte Regenwasser speist beispielsweise einen kleinen Wasserlauf. Um die Wasserqualität zu erhalten, ist eine Umwälzung eingeplant. Ein alter Landgraben wird als Vorflut für das gesammelte Regenwasser der Siedlung genutzt. Im Zuge der Erschließung soll er überformt und ökologisch aufgewertet werden - zu einer überörtlichen Grünachse bzw. Biotop mit Naherholungscharakter. Synergieeffekte entstehen aus der Zurückhaltung von Regenwasser in den Grünflächen, das über den Boden dem Grundwasser wieder zugeführt wird. Überschüssiges Wasser gelangt in das Biotop Landgraben und versickert dort. Für etwa 220 Bewohner bedeutet dieses eine Abwasser-Gebührenentlastung und spart Kanalrohre beim Bau. „Durch die Homogenität in Bebauung, Bepflanzung und Verkehrsplanung hat die Siedlung Insel-Charakter, obwohl es nur sieben Geh-Minuten vom Stadtzentrum entfernt liegt," meint Eller von der IB Wohnbau. Dennoch wird es bereits jetzt von den Bewohnern der Stadt Lorsch gut akzeptiert. Die meisten der teilweise noch im Bau befindlichen Objekte sind bereits verkauft - ein großer Teil an Einwohner der Stadt.




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