Hightech-Häuser:
Intelligentes Wohnen bringt nicht nur Komfort

Das „intelligente Haus“ ist heute erst in Ansätzen vorhanden, auch wenn technisch bereits viel denkbar ist. Es gilt der Grundsatz: Soviel Komfort wie möglich, so wenig Technik wie nötig.
Das Potenzial an Neuerungen im Bereich der Haustechnik ist groß. Denkt ein Bauherr heute vorwiegend über Vernetzung in den Bereichen Beleuchtung, Klima und Überwachungsanlagen nach, verspricht die künftige Integration von Audio- und Videogeräten eine Vielzahl spannender Lösungen. Für viele Menschen sind Begriffe wie intelligentes oder vernetztes Wohnen fremd. Von Zukunftshäusern haben viele schon gehört, doch ist der eigentliche Nutzen solcher moderner Häuser nicht jedem bewusst.
Leerverrohrung Voraussetzung
Die wichtigste Voraussetzung, um die Bedürfnisse der Bauherrschaft während und auch nach der Bauphase erfüllen zu können, ist die passive Infrastruktur. Das heißt entsprechend viele Rohre, damit jeder Punkt im Haus erreicht werden kann.
Bussystem (EIB)
Zentrales Element eines solchen High-Tech-Hauses ist das Bus-System (EIB), in welchem alle Fäden zusammenlaufen und die Gewerke Beleuchtung, Beschattung (Rollläden), Heizung, Sicherheit, Kommunikation usw. gesteuert werden. Hat man die Schaltstellen einmal definiert, so kann man sich als Bauherr im Gegensatz zur herkömmlichen Verkabelung während der Bauzeit zurücklehnen, denn die Funktionen können zu einem späteren Zeitpunkt programmiert werden. Intelligentes Wohnen bringt also nicht nur Komfort, sondern auch Sicherheit, Flexibilität, Wirtschaftlichkeit und schlussendlich einen wesentlichen Mehrwert für die Liegenschaft.

2-Liter-Technologie
Ein 2-Liter-Haus hat in der Regel nur ca. 20 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr an Heizbedarf. Dies entspricht etwa 2 Liter Heizöl. Die Energiekosteneinsparung liegt bei bis zu 65 Prozent gegenüber einem Haus, das gemäß der aktuellen Energieeinspar-
verordnung konzipiert und gebaut wurde.
Solare Energieerzeugung
Modernste Flachkollektoren für solare Wassererwärmung zeichnen sich durch ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis aus. Die Kollektorrahmen sind aus korrosions- und witterungsbeständigem Fiberglas gefertigt, das rund 30 Prozent leichter ist als Aluminium und stattdessen je Element nur noch ca. 41 kg Leergewicht hat.
Kontrollierte Wohnraumlüftung
Kontrollierte Be- und Entlüftung wird von Jahr zu wichtiger und ist heute aus der Gebäudetechnik nicht mehr wegzudenken. Für die Gesundheit ist sie ein bedeutender Faktor. Moderne Gebäude sind für den Wärmeschutz mit einer dichten Hülle versehen. Das verhindert den Verlust von kostbarer Heizenergie.
Zentrale Haussteuerung
Der Installationsbus EIB beispielsweise ist ein dezentrales Bussystem. Er benötigt kein Zentralgerät. Jeder Teilnehmer hat seinen eigenen Mikroprozessor. Sensoren erkennen Ereignisse im Gebäude wie Tastenbedienung, Änderung der Helligkeit, Temperatur, Feuchte, Bewegungen etc. und leiten vorprogrammierte Schaltbefehle an die Endgeräte weiter.
Intelligente Warnmelder
Ein Bewegungsmelder kann sowohl, wenn die Alarmanlage eingeschaltet, als auch wenn die Alarmanlage ausgeschaltet ist, erkennen, ob jemand den Raum betritt. Abhängig vom Zustand der Alarmanlage wird z.B. das Licht eingeschaltet oder ein Alarm ausgelöst. Andere Gerätekombinationen sind natürlich denkbar und möglich.
Biometrische Türöffner
Die Templates (Fingerabdrücke) werden bei Verifikation im System gespeichert und mit dem aufgelegten Finger verglichen.
Dieser sogenannte 1:1 Vergleich – Karte gegen Finger – ermöglicht eine sehr sichere Authentifizierung. Ebenso erlaubt das System die Identifikation – ohne Karte.
U-Werte der Außenwand
Der U-Wert gibt an, wie groß die in Watt gemessene Wärmemenge ist, die durch einen Quadratmeter Wandfläche innerhalb einer Stunde tritt, wenn die Lufttemperatur zu beiden Seiten der Wand sich um ein 1 °C unterscheidet. Der maximale U-Wert einer Außenwand darf laut der seit 1995 gültigen Wärmeschutzverordnung 0,5 W/qmK nicht überschreiten.
Wärmepumpen
Die Umwelt ist voller Kraft. Erst bei unglaublichen -273 °C ist ihr jede Energie entzogen. Mit einer Wärmepumpe lässt sich ein Teil dieser in der Natur vorhandenen Energie sammeln und als Heizwärme oder Wärme für die Warmwasserbereitung nutzen. Wirtschaftlich sinnvoll ist eine solche Anlage selbst noch bei Außentemperaturen von -20°C.




Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreiben Sie einen Kommentar!
blog comments powered by Disqus