Lignotrend "Haus Geckeler":
Geglücktes Experiment

Artikel vom 01. März 2007
Lignotrend Holz ArchitektLanggestreckt, mit klarer Aufteilung von offenen und geschlossen Zonen liegt das Holzhaus über dem Bodensee.|(Foto: Lignotrend)

Ein Holzbau-System, das sich noch in der Zulassungsphase befand, verwendete der Architekt im Haus, welches er für seine Familie baute. das ist jetzt zehn Jahre her – Zeit für eine Zwischenbilanz.

Kombinierte Vorteile

„Der Architekt wagt bei seinem eigenen Haus oft am meisten“, fasst Robert Geckeler die Gründe zusammen, aus denen er mit einem neuen Holzbau-System gebaut hat. Überzeugt haben ihn die Vorteile, die zudem noch genau auf die Vorgaben seiner Familie passten: Baubiologisch einwandfrei sollte das Haus sein, wirtschaftlich und mit allen Vorteilen einer massiven Bauweise – flexibel, Wärme speichern, mit ausgleichender Wirkung auf die Luftfeuchte im Raum sowie Schall dämmend. Das damals eben erst entwickelte System Lignotrend erfüllte all diese Wünsche. Aus den passgenau vormontierten Holzblocktafeln, Eck-, Schwellen- und Brüstungshölzern war in nur drei Tagen der regendichte Rohbau erstellt, nach vier Monaten konnte die Familie einziehen.

Klarer Entwurf

Ein zweigeschossiger, lichtdurchfluteter Raum bildet den Eingangsbereich und zugleich das Herzstück des Hauses. Er dient als Essbereich der Familie und Ver­teiler. Von hier aus gehen die privateren Räume ab: das Wohnzimmer im Erdgeschoss, durch die Treppe mehr optisch als tatsächlich getrennt, Kinder-, Schlaf- und Gästezimmer sowie zwei Bäder im Obergeschoss. Von oben fällt so viel Licht durch die Glaszone des Daches, dass es im gesamten Wohnbereich keine dunklen Ecken gibt. Zwei Einliegerwohnungen sind in den fast zwanzig Meter langen Baukörper integriert, aber im Moment nur von außen zugänglich. Überall ist durch raumhohe Fenstertüren der Schritt nach draußen möglich.

Lignotrend Geckeler Familie

Beste Raumluft

„Klimaholzhaus“ nennt der Bauelemente-Hersteller die Häuser mit seinem System. Was dieses System von anderen Holzbautechniken unterscheidet ist, das die tragende Holzkonstruktion komplett auf der beheizten Rauminnenseite angeordnet ist. Dämm- und Ab­dich­tungsebene liegen völlig ge­trennt von außen, vor der Wand. Das Holz innen wird nicht durch Folien abgeschirmt und kann daher Feuchtigkeit gut aufnehmen und abgeben. Dadurch verbessert sich das Raumklima erheblich.    

Angenehmes Innenleben

Durch ihre große Masse sorgen die Holzblockwände zusammen mit der außen liegenden Dämmung im Sommer dafür, dass Tempe­raturspitzen im Innern kaum wahrnehmbar sind. Die Oberflächen bleiben immer etwa so warm wie die Raumtemperatur. Das hat auch im Winter Vorteile: Man muss nicht stark heizen, um sich wohlzufühlen. Die große Holzmasse und der mehrschich­tige Wandaufbau dämmt außerdem hervorragend den Schall.

Die Bilanz:

Nach zehn Jahren findet der Bauherr, dass es sich gelohnt hat, das Haus mit dem damals neuen System zu bauen. Und auch der Architekt ist sehr zufrieden: mehrere Folgemodelle des Hauses hat er geplant und gebaut – äußerlich ähnlich im Innern ganz anders – die  neueren davon Passivhäuser.

Grundrisse

 

 

Lignotrend Geckeler Grundriss

 

 

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