Ziegelbauweise:
Außergewöhnliche Architektur

Artikel vom 01. Juli 2007

Viel Platz und viel Licht - so stellte sich das Künstlerehepaar aus Salzbrunn das neue Haus vor. Trotz kleinem Bud­get sollte ein Gebäude mit viel Wohnfläche und großem Atelier entstehen.

Architekt Matthias Gorenflos trennte beide Bereiche konstruktiv voneinander und entwarf zwei kompakte Baukörper, die versetzt zueinander stehen. Eine besondere Dynamik enthält dieses Ensemble, weil es kaum einen rechten Winkel gibt. Gebaut wurde homogen und massiv mit Poroton-Ziegeln von Wienerberger – entsprechend der Vorgabe der Bauherren, für die nur ein langlebiges Haus mit geringem Energiebedarf in Frage kam. Modern und mit deutlichem Bezug zur umgebenden märkischen Landschaft – so stellt sich das fertige Wohnhaus heute dar. Die Gestaltung ist klar und schnörkellos, die Konstruktion einfach. Große, zweiflüglige Fenstertüren ermöglichen aus den langgestreckten Wohnräumen heraus eine unverstellte Sicht ins Grüne. Dieser offenen Gebäudefront ist ebenerdig ein von Südost bis NordwestWienerberger Fertighaus durchgehender Balkon vorgelagert – einerseits als Verlängerung des Wohnraumes nach draußen, andererseits als Puffer zwischen dem privaten Bereich und dem öffentlichen Raum. Der Balkon wird eins zu eins auch auf Höhe des oberen Stockwerkes ­weitergeführt. Durch diese von schlanken Stahlstützen getragene Konstruktion erhält die Fassade Tiefe und Dynamik, die Fenster werden verschattet. Der Grundriss ist nicht rechtwinklig, die Wände verlaufen „schief", Ecken ragen nach innen und nach außen. Auch dieses Merkmal verleiht dem Gebäude Charakter und eine besondere Dynamik. Die durchdachte Anordnung der Fenster verstärkt diesen Eindruck: Die spitzwinkligen Fassaden wirken offen, da sich hier die großen Glasflächen befinden. Die stumpfwinkligen Wände wiederum haben kleine Fenster und scheinen eher geschlossen. Auch in den Wohnräumen sorgen die schiefen Winkel für Überraschungen, da sie an vielen Stellen unerwartete Perspektiven öffnen. Versetzt zum Haus entstand das separate Atelier. Beide Baukörper bilden zum Dorf hin einen geschützten Innenhof. Als Verbindungselement dient ein durchlaufender Holzsteg, der von der Straße bis in den Garten reicht. Passend zum Wohngebäude wurde das Atelier ebenfalls als kompakter BaukörperWienerberger Fertighaus gestaltet. Auch hier gibt es – innen wie außen -keinen rechten Winkel. Von Nord­ost bis Nordwest durchzieht ein Oberlicht das Gebäude. So wird der Innenraum gleichmäßig ausgeleuchtet und gleichzeitig der direkte Einfall von Sonnenlicht verhindert. Die lichte Höhe von 3,50 Metern bis 4,20 Metern bietet ausreichend Platz für die Skulpturen des spanischen Bildhauers und Bauherren José Nuevo. Beide Gebäude entstanden in sieben Monaten – komplett aus Poroton-Ziegeln von Wienerberger.  

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