Grundstückswahl und Grundriss: Sorgfalt lohnt sich

Artikel vom 22. Juni 2010
Sorgfalt bei der Grundstückswahl und dem Grundriss | Foto: LBSSorgfalt bei der Grundstückswahl und dem Grundriss | Foto: LBS

Die Wahl des Grundstücks und der dementsprechent angelegte Grundriss gehören zu den wichtigsten Entscheidungen, die ein Bauherr treffen muss.

Exxpose nennt hier einige Punkte, die auf keinen Fall vergessen werden sollten.

 

Lage und Orientierung

Die meisten Bauherren wünschen sich helle Räume und einen sonnigen Garten. Setzt der Häuslebauer zudem auf die Nutzung von Solar­energie, ist es umso wichtiger, auf die richtige Lage und Ausrichtung des Grundstücks zu achten.    
Ebenfalls zu bedenken: Hanglagen sind schwieriger zu bebauen, als ebene Flächen – das schlägt sich auch in den Baukosten nieder.    

Bebauungsplan und Grundbucheintrag

Darüber, wie ein Grundstück bebaut werden darf, gibt der Bebauungsplan Auskunft. Einzuhaltende Vorgaben sind etwa Mindestabstände zu Nachbar-Grundstücken sowie Form und Größe des Eigenheims. Auch der Blick ins Grundbuch lohnt: Hier finden sich Informa­tionen über eingetragene Wegerechte, bestehende Hypotheken­lasten oder ein mög­liches Vorkaufs­- recht der Gemeinde.

Erschließungskosten

Der Kaufpreis eines Grundstücks richtet sich auch nach dem Status der Erschließung. Ist das Grundstück bereits an die Kanalisation, Wasser- und Energieversorgung angeschlossen und sind Telefon- und Kabel­anschluss gelegt, sind diese Kosten üblicherweise bereits im Kaufpreis enthalten. Ein sehr günstiger Grundstückspreis sollte also aufmerksam machen, denn die Erschließungskosten können sich schnell auf mehrere Tausend Euro belaufen. 

Der Tipp:

Bei der Gemeinde erhält man Auskunft über bereits entrichtete, beziehungsweise noch anfallende Erschließungskosten.

Zustand des Baugrundes

Auch die Beschaffenheit des Baugrunds sollte bei der Wahl des Grundstücks berücksichtigt werden: Ein hoher Grundwasserstand kann beispielsweise eine aufwendige ­Kellerabdichtung erfordern und auch die Ausführung von Fundamenten wird vom geologischen Untergrund bestimmt. Eine Baugrunduntersuchung kann hier Sicherheit bieten. Vor dem Kauf sollte sich der Bauherr unbedingt über eventuelle Altlasten auf dem Grundstück informieren. Später an­fallende Ent­sorgungskosten können schnell das Bau-Budget sprengen.

Der Grundriss – mehr als eine Bauzeichnung

Er ist die Seele jeder Planung im Eigenheimbau. Ob extravagant oder praktisch – jeder Bauherr will sein individuelles Wohngefühl im Grund­riss erfüllt sehen. Bei der Wahl des idealen Grundrisses ist es hilfreich, wenn Bauherren zuerst eine Rangliste ihrer Wohnwünsche aufstellen. Erst nachdem die wichtigsten Anforderungen fixiert sind, empfiehlt es sich, an die konkrete Grundrissplanung zu gehen.   

 

 

Fünf Fragen, die sich künftige Bauherren stellen sollten:

 

1. Wo soll der Lebens­mittelpunkt liegen?

Meist wird dafür das große Terrassen-Wohnzimmer gewählt, das vornehmlich nach Süden ausgerichtet sein soll. Wachsender Beliebtheit erfreuen sich Wohnküchen mit ausreichend Platz für eine Sitzecke oder einen großen Tisch, um den sich die Familie versammeln kann. Wer Wohnen und Essen vereinen möchte, wählt die offene Küche mit angeschlossenem Wohnbereich.    

2. Ist die Raumaufteilung alltagstauglich?

Beim Grundriss gilt das Prinzip der kurzen Wege. Wer gern auf der
Terrasse isst, sollte die Strecke zur Küche bedenken. Ein gut geschnittenes Zimmer sollte zudem min­destens drei Meter fortlaufende Wand aufweisen, damit ein kompakter Kleiderschrank oder auch eine Schrankwand Platz finden. Durchgangs­zimmer oder fenster­lose Bäder sollten hingegen vermieden werden.

3. Ist der Grundriss „zukunftsfähig“?

Wer Wohneigentum erwirbt, will dort meist lange und unabhängig wohnen bleiben.Warum sollten also nicht schon in der Planungsphase breite Türen und ein geräumigesBad vorgesehen werden?
Es könnte sich als nützlich er­weisen, wenn sich später zwei kleinere Zimmer zu einem großen Raum zusammenlegen lassen oder ein Schlafzimmer ins Erdgeschoss verlegt werden kann.

4. Wurde kostengünstig geplant?

In der Regel sind einfache Grund­risse günstiger als eine ausge­fallene Architektur. Erfahrungsgemäß ­lassen sich auch quadratisch zu­geschnittene Räume leichter möb­lieren als rechteckige.

5. Harmoniert der Grund­riss mit dem Grundstück?

Der Hauseingang, die Wirtschaftsräume und die Bäder sollten möglichst nach Norden, die Wohn­räume nach Süden ausgerichtet werden. Wer Solarkollektoren auf einer Dachfläche installieren möchte, sollte sie nach Süden ausrichten. Wer sich eine Westterrasse einrichtet, kann zum Feierabend noch Sonne genießen; der Frühaufsteher freut sich, wenn die Morgensonne in das nach Osten zeigende Schlafzimmerfenster lacht.


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