Pellets: Die richtige Lagerung

Artikel vom 23. Juni 2010
Die zylindrischen Presslinge zeichnen sich durch einen hohen Heizwert und eine sehr gute Energieeffizienz aus. | Foto: DEPI/Deutsches PelletsinstitutDie zylindrischen Presslinge zeichnen sich durch einen hohen Heizwert und eine sehr gute Energieeffizienz aus. | Foto: DEPI/Deutsches Pelletsinstitut

Die Zahl der in Deutschland installierten Pelletheizungen steigt. Wer sich für dieses Heizsystem entschieden hat, benötigt für die fach­gerechte Pellet­lagerung auch einen entsprechenden Raum.

Hausbesitzern bieten sich vielfältige Möglichkeiten. Die Wahl des Lagerraums und des optimalen Lagerbehälters hängen zum großen Teil vom Platzangebot ab. Wer ein unterkellertes Haus besitzt, kann ohne Probleme einen Kellerraum als Pelletlager nutzen. Wem weniger Raum zur Verfügung steht, kann die Holzpresslinge auch in platzsparenden Silos aus Stoffgewebe oder Kunststoff lagern. Mit entsprechendem Witterungsschutz können die Silos im Freien aufgestellt werden. Eine weitere Möglichkeit bei Platzmangel im Haus ist, einen Erdtank zu nutzen.

Saugsystem | Grafiken: DEPI/MallSaugsystem
Bei einer Saugaus­tragung bietet sich die Entnahme mit Ent- nahmesonde und dem sogenannten Maulwurf an. Maulwurf wird der Kopf des Saugsystems genannt, der sich an der Oberfläche des Pelletvorrats bewegt und dadurch eine gleich­mäßige Entnahme der Press­linge ermöglicht.    

 

 

Abschätzung des Lager­volumens

Die Größe des Lagerraums ergibt sich aus dem Wärmebedarf des Gebäudes. Der Raum sollte jedoch die 1- bis 1,5-fache Jahresbrennstoffmenge fassen können. Ein Kubikmeter Lagerraum kann 650 Kilogramm Pellets fassen. Für ein Einfamilienhaus kann man je nach Isolierung, Verbraucherverhalten und Personenzahl zwischen drei und sechs Tonnen Pellets veranschlagen; das entspricht etwa 1.500 bis 3.000 Litern Heiz­öl. Der Lagerraum sollte demnach mindestens 4,6 Kubikmeter groß sein. Zur Ermittlung der genauen Werte empfiehlt es sich, einen Energieberater hin­zuzu­ziehen.

Die verschiedenen Systeme

Vom Lagerraum aus können die Pellets über verschiedene Austragungssysteme in den Heizkessel gelangen. Dabei gibt es Saug- und Fördersysteme. Bei Förderaustragungssystemen muss das Lager direkt neben dem Heizraum liegen. Dieses System funktioniert nur in Kombination mit einem Schrägbodenlager oder einem Silo. Bei einer Saugaustragung kann der Heizraum bis zu 20 Meter vom Lager entfernt sei

Durchblick im Förderdschungel

Die „Förderfibel 2010“ des Deutschen Pelletinstituts bietet einen umfassenden Überblick über die Zuschussmöglichkeiten für Pelletfeuerungen. Die Förderfibel kann unter www.depi.de kostenlos heruntergeladen werden.

Sicherheit geht vor

Wichtig: Das Pelletlager sollte immer komplett entleert werden, bevor Nachschub geliefert wird. Bei der Einrichtung des Lagerraums sollten Bauherren unabhängig von der Wahl des Lagerbehälters beachten, dass der Be­füllschlauch des Pelletlieferwagens maximal 30 Meter lang ist. Aus diesem Grund darf die Entfernung zu den Einblas- und Abluftrohren des Lagerraums nicht größer sein. Die Befüllstutzen müssen dabei von außen zugänglich sein, und in deren Nähe sollte sich ein Stromanschluss befinden, um das Gebläse für das Absaugen des entstehenden Staubs anschließen zu können. Wie bei Gas- und Ölheizungen sollte der Heizraum mit mindestens einer Wand an die Außenmauer des Hauses grenzen, um eine ausreichende Belüftung zu gewährleisten. Ist dies nicht der Fall, muss durch ein Lüftungsrohr für Frischluft ge­sorgt werden. Die Türen und Einstiegsluken des Lagerraums sollten staubdicht abschließen. Alle Tü­ren, Fenster und Luken müssen sich nach außen öffnen lassen.

Bestimmungen einhalten

Nach der Einrichtung des Pellet­lagers, das nach den geltenden Feuerschutzbestimmungen angelegt werden muss, sind für den weiteren Betrieb zudem einige Sicherheitshinweise zu beachten. So muss vor dem Befüllen des Pelletlagers sowie vor Arbeiten am Lager der Heizkessel mindestens eine Stunde abgestellt sein. Zudem sollten Lagerräume und -behälter vor dem Betreten ausreichend belüftet werden. Bei Arbeiten in gefüllten Lagern sollte sich zur Sicherheit immer eine zweite Person außerhalb des Raumes aufhalten. Werden diese Hinweise beachtet, läuft das Heizen mit Pellets nach der Einrichtung des Lagers weitgehend automatisch ab. Lediglich die Asche muss von Zeit zu Zeit entsorgt werden. Mehr Infos unter: www.depi.de

Erdtank | Grafiken: Wagner Solar

Erdtank
Nicht-unterkellerte Gebäude können einen Erdtank als Pelletlager zu nutzen. Diese bestehen aus Stahlbeton und haben einen Durchmesser von 80 Zentimetern bis zu drei Metern. Erdtanks müssen be­son­dere Anforderungen erfüllen und nicht nur absolut dicht gegen Feuchtigkeit bzw. eindringendes Wasser, sondern zudem gegen Auftrieb (Grundwasserspiegel) gesichert sein.

Sacksilo | Grafiken: Wagner Solar

Sacksilo
Wem weniger Raum zur Verfügung steht, hat die Möglichkeit, die Holzpresslinge in platzsparenden Silos aus Stoffgewebe oder Kunststoff zu lagern. Sacksilos bestehen aus einem flexiblen, reiß­festen und staubdichten Gewebesack, der in einem Rohrgestell aufgehängt ist. Sie sind in Größen mit zwei bis sieben Tonnen Füllkapazität erhältlich.


Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreiben Sie einen Kommentar!

blog comments powered by Disqus

Top Themen

Exklusiv


Bitte aktivieren Sie Javascript in Ihrem Browser um diese Seite voll nutzen zu können