Staudengärten:
Schmückende Hecken und Stauden

Blatt- und Blütenstauden sind gegenüber Sommerblumen, die jedes Jahr neu gezogen oder gekauft und gepflanzt werden müssen, dankbare und vergleichsweise pflegeleichte Gartenblumen.
Man kann mit ihnen sanfte Übergänge in den Gartenweg oder die Terrasse gestalten, eindrucksvolle Pracht-Staudenrabatten in Gärtenan-legen, sie in Mauerritzen wachsen lassen, sie als Vermittler z.B. zwischen einer hohen Hecke und dem Rasen oder Weg verwenden oder auch als Bodendecker einsetzen, je nachdem, welche Stauden man auswählt und wie die Gartengestaltungs-Wünsche das vorsehen. Es gibt Stauden für alle möglichen Standortbedingungen von trockenem Gehölzschatten bis zum Steingarten und zur Prachtstauden-Rabatte. Wenn man es noch nie gemacht hat, ist es nicht ganz einfach, Stauden für einen bestimmten Gestaltungswunsch oder eine bestimmte Gartensituation auszuwählen und ein Staudenbeet zu planen und anzulegen. Da liegt u.a. daran, dass man anfangs noch nicht so genau weiß, wie die einzelnen Stauden-Pflanzen wachsen, wie hoch und breit sie werden, wie der Pflanzabstand aussehen sollte, wie viele man von welcher Stauden-Sorte einplanen muss und vor allem: Wann ihre Blütezeit ist.
Verwendung von Stauden
Sogenannte hohe Solitärstauden oder Prachtstauden wie z.B. Rittersporn sollten immer einzeln oder in kleinen Gruppen verwendet werden. Sie nehmen den Beet-Hintergrund in Staudengärten für sich ein und geben der Staudenrabatte Höhe. Oft reichen je nach Beet-Fläche eine oder wenige Stauden aus, die im Hintergrund verteilt werden. Andere Stauden werden ihrer Höhe nach gestaffelt. Ganz niedrige Stauden, wie beispielsweise Polsterstauden, werden in den Vordergrund des Staudenbeets gepflanzt, andere je nach Höhe nach hinten aufsteigend gruppiert. Daumenregel (je nach Beetgröße, Stauden-Art gewünschten Verteilungen variierbar): Im allgemeinen sollte man von den Stauden wenigstens mal drei Stück einplanen, die man in Gruppe setzt. Wenn man nur einzelne Stauden einer Sorte verwendet und der Pflanzabstand dementsprechend größer ist, kann es sonst recht lange dauern, bis Stauden-Beete richtig schön zuwachsen. Setzt man immer nur jeweils einzelne Pflanzen verschiedener Stauden-Sorten „eng” zusammen, hat man am Ende möglicherweise ganz viele Sorten gepflanzt, die einen unruhigen Eindruck und Durcheinander im Staudenbeet hinterlassen.
Besonders schade, wenn man extra Stauden-Raritäten gekauft hat,
die dann nicht richtig zur Geltung kommen. Es ist immer Abwägungssache, wie viele Sorten man verwenden will. Weniger unterschiedliche Stauden sind aber meistens empfehlenswert.
Alpenveilchen
...sind keine Veilchen-
gewächse, sondern Primel-
gewächse, denn der für
Veilchen typische Sporn
der Blüten sowie Neben-
blätter fehlen. Sie lieben
als Standort den
Halbschatten.
Der kriechende Günsel
...ist eine mehrjährige
krautige Pflanze, die eine
maximale Wuchshöhen
von nur 10 bis 15 cm
erreicht. Sie besitzt ein
kurzes, kräftiges Rhizom
und lange Ausläufer, die
sich an den Knoten
bewurzeln.
Funkien
...sind Lieblingsspeisen
der Schnecken, mindestens
bis zur ersten Blattbildung
sollten die Pflanzen mit
einem kleinen Schnecken-
zaun umgeben sein.
Funkien mit einem festen,
lederartigen Blatt werden
allerdings von Schnecken
gemieden.
Stauden nach Blütezeit pflanzen!
Stauden unterscheiden sich in ihrer Blütezeit. Manche sind Frühlingsblüher, andere herbst- oder sommerblühende Stauden. Wenn man sie kombiniert, sollte man also nicht nur auf die Farbe achten, sondern auch darauf, was wann blüht und wer mit wem in welchen Farben zusammen blüht. Wäre doch blöd, wenn der Eindruck vom Beet dadurch geschwächt wird, dass die zusammen ausgesuchten Pflanzen gar nicht zusammen blühen. Hier sei auch darauf hingewiesen, dass sich Stauden von Sommerblumen dadurch unterscheiden, dass sie in der Regel nicht dauerblühen. Sie haben eine mehr oder weniger lange Blütezeit, die von ein paar Tagen bis mehrere Wochen dauern kann, aber sie blühen nicht durch. Viele sehen aber auch außerhalb der Blütezeit mit ihrem Blattwerk sehr ansprechend aus. Wer jetzt daraus ableitet, dass man möglichst Stauden mit unterschiedlicher Blütezeit pflanzen sollte, liegt m.E. falsch. Man darf davon ausgehen, dass man ein Staudenbeet umso attraktiver hinbekommt, je mehr der hoffentlich zueinander harmonierenden Stauden gleichzeitig blühen oder wenigstens überlappende Blütezeiten haben. Blüht nur eine oder wenige Stauden, wirkt das Ganze schnell fad. Die Kehrseite der Medaille ist, dass damit jedes Stauden-Beet “seine” Saison hat und für den Rest des Jahres dann eben nicht DER Garten-Mittelpunkt schlechthin ist. Man kann ja aber mehrere Staudenbeete oder Beetbereiche so planen, dass sie zu unterschiedlichen Blütezeiten der Knaller sind, z.B. ein Frühlingsbeet, ein Hochsommer-Beet, ein Herbstbeet im Staudengarten… Jedenfalls sollte man sich schon gut überlegen, was gerade da steht, wo man im Sommer gerne sitzt. Wäre doch doof, wenn gerade da lauter Aprilblüher wachsen, die alle längst verblüht sind.
Purpurglöckchen
...bilden innerhalb der
Familie der Steinbrech-
gewächse (Saxifragaceae)
eine eigene Gattung mit
etwa 50 Arten. Die Gattung
ist nach dem deutschen
Arzt und Botaniker Johann
Heinrich von Heucher
(1677-1746) benannt.
Die Bleiwurz
…trägt rispenartige Blüten,
hat einen grazilen,
buschigen Aufbau und ist
ein wahres Blütenwunder.
Bekannt ist die Pflanze
mit himmelblauen Blüten.
Bei guter Pflege wächst die
Pflanze in ein paar Jahren
zu einem großen, immer-
grünen Strauch heran.
Schleifenblumen
…sind dankbare
Gewächse, die mit immer-
grünen Blättchen auch im
Winter schön anzusehen
sind. Schleifenblumen
leben quasi von Luft und
sonst nichts. Sie kommen
auf trockensten Böden
unter übelsten Bedingungen
in der prallen Sonne
gut klar.
Staude - Wuchsstärke, Konkurrenzstärke, Wurzeldruck
Auch sollte man die Wuchsstärke bzw. Konkurrenzkraft der einzelnen Stauden und Gartenblumen beim Kombinieren beachten. Wahre Wucherer unter den Bodendecker-Stauden wie z.B. das Hornkraut neben allerzarteste Stauden zu pflanzen, die sich kaum ausbreiten (viele Steingarten-Stauden sind z.B. so gebaut), bringt höchstens Frust, weil die zarten Stauden den Konkurrenzdruck nicht verkraften und schlichtweg überwachsen werden. Wenn man schon konkurrenzstarke Stauden mit anderen, konkurrenzschwachen kombiniert, muss man regelmäßig dafür sorgen, das im Zaum zu halten. Typisches Beispiel: Frauenmantel hat einen ziemlichen Ausbreitungsdrang und sät sich zudem aus wie verrückt. Damit schwächere Staudenpflanzen nicht unter Druck geraten, sollte man den Frauenmantel dann regelmäßig abstechen und Sämlinge, die zu viel sind, entfernen. Auch unter Sträuchern und bepflanzten Baumscheiben werden nicht alle Stauden glücklich, wenn sie mit Bäumen und Co. konkurrieren. Da gibt es Hartnäcker wie z.B. das Kleine Immergrün, die zur Gehölzunterpflanzung bestens taugen, und eher zarte Stauden-Gestalten, die im trockenen Boden unter Gehölzen mickern. Am einfachsten und pflegeleichtesten ist es daher, Stauden mit ähnlicher Wuchsstärke zu kombinieren, die sich gegenseitig “in Schach” halten. Dafür muss man ein gewisses Gefühl entwickeln, ich hoffe aber, dass bei den Detailinformationen zu den jeweiligen Stauden auch genügend Info für Newcomer enthalten ist.
Lebensdauer, Vergreisung einer Staude, Verjüngung
Stauden sind außerdem von unterschiedlicher Lebensdauer. Es gibt kurzlebige Stauden, die nach zwei, drei Saisons verschwinden (sich dafür aber oft fleißig durch Aussaat verbreiten, so dass man sie nicht wirklich verliert, z.B. Akelei) und Stauden, die am gleichen Standort jahrzehnte-alt werden (und dabei immer schöner, wie bspw. Pfingstrosen). Die meisten Stauden altern und vergreisen früher oder später. Man erkennt das daran, dass die Stauden nicht mehr so üppig blühen wie früher oder auch daran, dass sie mit der Zeit von innen her verkahlen (beispielsweise bei Polsterstauden). Dagegen hilft, sie zu verjüngen, je nachdem durch teilen (oder neu bewurzeln wie z.B. durch Anhäufeln). Zur Teilung einer Staude nimmt man eine Grabegabel, gräbt den Staudenhorst aus und teilt ihn mit der Hand, mit dem Spaten, mit dem Küchenmesser oder mit der Säge (je nachdem was gut geht) in Teilstücke. Die jungen Teilstücke vom Rand kann man dann wieder einpflanzen, alte Pflanzenteile aus der Mitte wirft man weg (Kompost). Mit dieser Technik kann man Stauden immer wieder verjüngen, so dass sie blühfreudig und “jung” bleiben.
Chinaschilf
…gehört zu der Familie
der Süßgräser und
stammt aus Südostasien.
Als Zierpflanze wird
Chinaschilf in Deutsch-
landkultiviert.
Fälschlicherweise hat
sich der Name
Elefantengras für
Miscanthus sinensis
„Giganteus“
(Sortenbezeichnung)
eingebürgert.
Glattaster
…zeigen sich den Sommer
über in ihrer Höchstform.
Die Sträucher lieben sonnige
Plätze und nährstoffreichen
Boden. Mancherorts werden
sie so groß, dass sie hoch-
gebunden werden müssen.
Während der Sommer-
monate brauchen sie
viel Wasser.
Phlox
…ist mitunter die
beliebteste Staude in den
deutschen Gärten. Die
Sortenvielfalt lässt jedes
Beet in einem farben-
frohenMeer aus Blüten
erscheinen.Phlox gehört
zu den stark-
zehrenden Stauden.
Am besten gedeiht er in
nährstoffreichen, durch-
lässigen, tiefgründigen
Lehmböden.
Stauden im Herbst abschneiden?
Geschmackssache und je nachdem! Müssen muss man nicht. Es gibt Stauden und Samenstände, die auch über Winter sehr dekorativ aussehen können, wie z.B. die Fetthenne, und es ist schöner, auf verschneite Fetthenne-Stängel zu schauen als auf den nackten Boden im Winter! Pflanzenreste, die nicht so besonders schön aussehen, kann man im Herbst aber entfernen. Die übrigen abgestorbenen Pflanzenteile von der vorjährigen Staudenblüte werden im frühen Frühjahr einfach bodennah abgeschnitten oder abgeknickt und schon kann das neue Jahr kommen.
Stauden im Topf/Balkonkasten/Blumenkübel
Ach ja, die meisten Gartenstauden eignen sich auch prima für die Topf-Kultur, z.B. für Terrassen- und Balkongärtner. In der Regel sind sie in Töpfen genauso winterhart wie im Erdboden. Nur bei überdachten Balkonen muss man aufpassen, damit sie nicht über Winter vertrocknen. Da Stauden gegenüber einjährigen Sommerblumen nicht die ganze Gartensaison durchblühen, sollte man dann genügend verschiedene Pflanzen in Töpfen haben, die man zur Blütezeit dekorativ aufstellt und - wenn sie gerade nicht blühen - unauffälliger platzieren und durch andere Stauden-Töpfe ersetzen kann.




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