Frühlingsfrisch aktiv:
Der Start ins neue Gartenjahr
Während die Natur im Frühjahr zu neuem Leben erwacht, sollte der Hobbygärtner die Weichen stellen, um seinen Garten zu einer wahren Erholungsoase werden zu lassen.
Zunächst heißt es aufräumen. Auch wenn der Dauerfrost in den meisten Teilen Deutschlands ausblieb, bedürfen die Pflanzen intensiver Pflege, um wieder zu ihrer vollen Pracht heranzuwachsen.
Der richtige Schnitt für den Sommer
Die neue Gartensaison beginnt, wie die alte geendet hat: Mit dem Zurückschneiden von Bäumen und Sträuchern. Vor allem für Obstbäume ist diese Frühjahrskur wichtig, denn das Auslichten der Baumkrone ist die Voraussetzung für zahlreiche Blüten und kräftige Früchte. Doch Vorsicht: Bestimmte Obstsorten wie die Kirsche vertragen den Frühjahrsschnitt nicht. Vor dem Schneiden sollte der Gartenfreund sich daher über die Besonderheiten der einzelnen Arten informieren. Wird geschnitten, besteht dann aber kein Grund zur Zurückhaltung: Lieber ganze Astpartien entfernen als ausschließlich kleine Zweige. Denn jede Schnittstelle bedeutet einen neuen Austrieb. Das macht zwar die Baumkrone dicht, ist allerdings schlecht für den Ertrag, da die Früchte für ihre Reifung viel Licht benötigen. Nach dem Beschnitt müssen große Schnittstellen mit einem Wundverschlussmittel behandelt werden, damit keine Bakterien eindringen. Neben Obstbäumen, Ziergehölzen und Beeren- sträuchern verlangen auch Hecken im Frühling nach einem Rückschnitt. Zunächst werden die Seiten gekürzt, wobei die Sichtschutzhecke anschließend idealerweise an ihrer Basis etwa 70 Zentimeter und an ihrer Spitze etwa 40 Zentimeter breit sein sollte. Danach wird in der Höhe gekappt. Eine entsprechend gespannte Schnur ermöglicht dabei einen geraden Schnitt. Die Hecke kann ruhig auf eine Höhe von 150 Zentimetern gekürzt werden, da der Frühjahrszuwachs wieder eine Höhe von 180 Zentimetern ergeben wird.
Den Rasen sommerfit machen
Die Rasenflächen bedürfen im Frühjahr ebenfalls besonderer Aufmerksamkeit. Sie sind vom Winter meist sehr vermoost. Mit einem Vertikutierer lässt sich das Moos unproblematisch herausschneiden und anschließend abharken. Sieht der Rasen auch zunächst ein wenig mitgenommen aus, zahlt sich die Maßnahme im Sommer aus – mit einer gesunden und dichten Rasenfläche. Entscheidend ist hierbei auch die richtige Düngung, denn vor allem Gräser haben einen hohen Stickstoffbedarf.
Zeit zum Säen, Vorziehen, Pflanzen
Auch im Blumen- und Gemüsebeet hat die Gartensaison begonnen. Verschiedene Gemüsearten wie dicke Bohnen, Erbsen, Möhren, Kohl und verschiedene Salate vertragen eine frühe Aussaat. Gutes Gelingen garantiert dabei ein Frühbeet. Gartencenter bieten ein breites Sortiment an Modellen aus Holz, Plastik oder Metall. Das Frühbeet sollte dabei so nach Süden ausgerichtet werden, dass die Frühjahrssonne das Beet erwärmen kann.
Eine weitere Möglichkeit, schon im frühen Sommer in den Genuss selbst angebauten Gemüses zu kommen, ist das Vorziehen von Setzlingen im Haus. Ist die Saat aufgegangen und haben die Pflanzen ihre ersten Blätter, ist es Zeit zum Pikieren: Die einzelnen Setzlinge werden auseinandergepflanzt, damit sie sich nicht gegenseitig in ihrem Wachstum behindern. Nach dem Pikieren brauchen sie noch einmal viel Wärme. Wenn kein Frost mehr zu erwarten ist, steht der Auszug ins Außenbeet an. Schwarze Mulchfolie, in die Ausschnitte für die einzelnen Pflänzchen eingestochen werden, verhindert einen Kälteschock. Die dunkle Folie heizt sich durch die Sonne auf und verhindert gleichzeitig auf dem abgedeckten Feld ein übermäßiges Wachstum von Unkraut. Neben Gemüsepflanzen können auch Blumen im Haus vorgezogen werden. Auf diese Weise erstrahlt der Garten schon früh im Sommer in echter Blütenpracht. Denn vorgezogen blühen beispielsweise Begonien und Dahlien etwa vier bis sechs Wochen früher, als wenn sie direkt im Freien ausgesät werden.
Auf jeden Fall sollte der Gartenfreund vor dem Säen – egal ob bei Blumen oder Nutzpflanzen – darauf achten, dass das Saatgut noch in Ordnung ist. Stammt es noch aus dem Vorjahr, sollte eine Keimprobe gemacht werden. Hierzu legt man einige Samenkörner auf Anzuchterde und hält sie feucht. Gehen mehr als die Hälfte der Samen auf, kann das Saatgut noch verwendet werden.
Klasse Terrasse für entspannte Stunden
Schon im Frühjahr ist die Sonne manchmal so warm, dass man draußen sitzen kann. Auf Balkon und Terrasse hat sich während der niederschlagsreichen Winterzeit eine Menge Schmutz angesammelt, der sich am besten mit einem Hochdruckreiniger entfernen lässt. Eine Vielzahl an Modellen bieten die Gartencenter ausgewählter Baumärkte, beispielsweise das Gartenparadies von OBI. Doch nicht nur der Boden, auch die Gartenmöbel verlangen nach Pflege – vor allem, wenn sie abgedeckt im Freien überwintert haben. Tische und Stühle aus Plastik oder Metall werden einfach abgewaschen, Gartenmöbel aus Holz sollten zum Jahresauftakt gereinigt und eingeölt oder lasiert werden.
Sind die Aufräumarbeiten auf der Terrasse abgeschlossen, geht es an die Dekoration. Das Frühjahr ist der richtige Zeitpunkt, um Kübelpflanzen umzutopfen. Überwinternde Geranien, Fuchsien oder andere Kübelpflanzen werden dabei zurück geschnitten und anschließend in frische Blumenerde gesetzt. Ist der Kübel groß genug, muss die Pflanze nicht in jedem Jahr umgepflanzt werden. Dann sollte allerdings auf eine ausreichende Nährstoffzufuhr geachtet werden. Auch Schalen und Blumenkästen können bereits Anfang März mit frischem Grün versehen werden. Hierzu eignen sich zum Beispiel Primeln, Stiefmütterchen oder auch Vergissmeinnicht.
Gartenkalender für das Frühjahr
März:
Der März ist die beste Zeit, um junge Obstbäume zu pflanzen. Im Frühbeet können erste Pflanzen wie Tomaten, Paprika oder Kohl gezogen werden. Doch auch die Freilandsaat beginnt: mit Möhren, Steckzwiebeln oder Spinat.
April:
Die Aussaat läuft jetzt in vollen Zügen. Gurken und Kürbisse können nun im Haus vorgezogen werden. Beerensträucher, Stauden und vorgezogene Gemüsearten wie Kohlrabi oder Kopfsalat werden ausgepflanzt.




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