Solarsiedlung in Freiburg

Artikel vom 15. Juli 2008
60 Plusenergiehäuser entstanden in der Freiburger Solarsiedlung am Schlierberg bereits. | Foto: Institut Feuerverzinken GmbH60 Plusenergiehäuser entstanden in der Freiburger Solarsiedlung am Schlierberg bereits. | Foto: Institut Feuerverzinken GmbH

Die Idee für die Plusenergiehäuser der Freiburger Solarsiedlung klingt einfach. Es sollten Bauten entstehen, die mehr Energie produzieren, als ihre Bewohner...

...verbrauchen können. Zudem sollten gesunde Baustoffe den Bewohnern eine hohe Lebensqualität bieten und die Sonnenenergie als Motor genutzt werden. Der Freiburger Architekt Horst Disch, der bereits in der Vergangenheit durch innovative Solarbauwerke auf sich aufmerksam machte, fand ein Konzept das diese Anforderungen erfüllte. Neben einer gut gedämmten und dichten Gebäudehülle und einer Belüftung mit Wärme- rückgewinnung ist vor allem das großflächige Solardach für die positive Energiebilanz der in Holzbauweise errichteten Häuser verantwortlich. Wesentlich ist hierbei die filigrane, verzinkte Stahlkonstruktion, die sich an die nach Süden ausgerichtete Dachseite und an die Südfassade anschmiegt. Sie fungiert als Tragekonstruktion für die Balkone und Solardächer und er-möglicht auf den Passivhäusern großflächige Fotovoltaikanlagen anzu- bringen, die daraus ein kleines Kraftwerk machen, das bis zu viermal mehr Energie erzeugt als im Inneren verbraucht wird. Gleichzeitig schützen die an der Stahlkonstruktion  befindlichen Balkone durch den Schattenwurf bei hoch stehender Sonne die darunter liegenden Räume vor Überhitzung. Um aus den Häusern in Holzrahmenbauweise überhaupt Plus-Energiehäuser machen zu können, wurde die verzinkte Unterkonstruktion als essentielles Element eingeführt, da sich hierdurch erst die dazu benötigte Stabilität und Flexibilität für die  Zusatzkomponenten schaffen ließ. Bei den Plus-Energie- häusern verschmelzen Solartechnologie und Architektur. Die Bauten bieten eine überzeugende Alternative zu konventionellen Ansätzen. 60 Wohnhäuser dieser Bauweise entstanden in der Freiburger Solarsiedlung am Schlierberg bereits. Neben dem gesellschaftlichen Nutzen mit Blick auf den Klimaschutz bestehen gleichzeitig auch betriebswirtschaftliche Vorteile. Die Häuser verursachen nur geringe Nebenkosten und generieren hohe Neben- einnahmen über die Solarstromvergütung.

Funktion im Detail

Die feuerverzinkte Stahlkonstruktion dient der Aufnahme der Fotovoltaik-Module. Das großflächige Solardach gewinnt umweltfreundlichen Strom und dient als Wetter- und Sonnenschutz. Der durch die 100 mm hohen IPE-Profile erzielte Abstand zum Hausdach ermöglicht eine gute Hinterlüftung und dadurch Kühlung der kristallinen Siliziumzellen. Hierdurch wird der Wirkungsgrad deutlich erhöht. Bei Schneefall sorgt die vor der Südfassade in den Zwischenraum aufsteigende Luft für das schnelle Schmelzen und Abrutschen des Schnees auf den rahmenlosen Modulen, so dass die Solaranlage im Winter mehr Stromertrag einbringt. Die leichte Balkon- konstruktion mit großer Transparenz und „schwebendem Solardach“ überspielt die dicke Außenhülle der Plusenergiehäuser mit ihrer massiven Dämmung. Die gesamte Konstruktion und Solartechnik wird ablesbar. Dies wird zusätzlich unterstützt durch die Semitransparenz der Glas-Glas-Module, die die Zellen sichtbar werden lassen. Weitere Infos unter: www.feuerverzinken.com.

Feuerverzinkter Stahl dient als Tragkonstruktion für Balkone und Solardächer. | Foto: Institut Feuerverzinken GmbH

Feuerverzinkter Stahl dient als Tragkonstruktion für die Balkone und Solardächer der Solar- siedlung.



Die mit Photovoltaik-Modulen eingedeckte Dachfläche besteht aus vorgefertigten feuerverzinkten Stahleitern. | Foto: Institut Feuerverzinken GmbH

Die mit Photovoltaik-
Modulen eingedeckte Dachfläche besteht aus vorgefertigten feuerverzinkten „Stahlleitern“, die modular auf die Dachfläche aufgebracht wurden.



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