Geothermie: Die Kraft der Erdwärme nutzen

Artikel vom 26. Mai 2010
Die Lukas Gläser Geothermie GmbH ist ein nach W120 zertifiziertes Unter­nehmen. | Foto: www.glaeser-geothermie.deDie Lukas Gläser Geothermie GmbH ist ein nach W120 zertifiziertes Unter­nehmen. | Foto: www.glaeser-geothermie.de

Trotz Finanzkrise hat sich die Erdwärmebranche auch im vergangenen Jahr im Vergleich zu den konventionellen Heizungssystemen mit Gas- oder Heizöl wieder bestens geschlagen.

Auch für das Jahr 2010 rechnet die Branche mit einem deutlichen Anstieg der erstellten Anlagen und dies nicht ohne Grund.
Mit Anziehen der allgemeinen Weltwirtschaftslage zeichnet sich bereits wieder ein kontinuierlicher Anstieg der Heizölpreise am Markt ab. Aber nicht nur der steigende Ölpreis bzw. die mit einer Erd­wärmeanlage wesentlich geringeren Heizkosten, hat in den letzten Jahren dazu beigetragen, dass sich die Erdwärmetechnik inzwischen am Markt durchgesetzt und im
pri­vaten Wohnhausneubaubereich marktbeherrschend dasteht, sondern auch eine Reihe anderer Vorteile. Hier sind neben der Versorgungssicherheit, der ständigen, d. h. jahreszeitlich unabhängigen, Verfügbarkeit und der als erneuerbare Energie sehr positiven Um­weltbilanz auch ganz praktische Überlegungen zu erwähnen. So gehört die Erdwärmetechnik in Verbindung mit einer Wärmepumpen zu den wartungsfreundlichsten, unkomplizierten und, ist (sind) die Sonde(n)  erst mal installiert, auch langlebigsten Systemen. Damit die Erdwärmeanlage aber auch die in sie gesetzten Erwartungen am Einzelprojekt erfüllen kann, sind eine Reihe von Punkten zu beachten.

Die richtige Planung

Der Fachmann, Herr Robert Fischer, von der Lukas Gläser Geothermie GmbH, empfiehlt hier eine Vorgehensweise in 8 Schritten.

Die Klärung mit dem Bauamt

Wird in Richtung Erdwärme ge­dacht, sollte der ersten Schritt immer die Prüfung bzw. Abfrage bei den zuständigen Behörden sein ob am Standort gebohrt werden darf (Stichwort Wasser- oder Heilquellenschutzgebiet) oder mit welchen Auflagen ggf. zu rechnen ist.

Den Bedarf ermitteln

Steht nach dieser ersten Anfrage eine Erdwärmenutzung nichts im Wege, gilt es in einem zweiten Schritt den Bedarf – sei es im Neubau oder im Bestand – zu ermitteln. Dies kann im Bestand, mit Einschränkungen, überschlägig über den bisherigen Verbrauch, besser aber durch eine entsprechende Bedarfsberechnung, durch einen entsprechend qualifizierten Fachmann erfolgen. Im Neubau werden diese Angaben von einem Architekten, Statiker oder Bauträger bzw. Haushersteller geliefert.

Die Wirtschaftlichkeit

Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist, insbesondere im Bestand, auch die Frage nach der Wirtschaftlichkeit (Stichwort „Vorlauftemperatur“
ei­ner Erdwärmeanlage) zu prüfen. An dieser Stelle kann dann in einem Zwischenschritt (Schritt drei) nochmals die Machbarkeit bzw. das gewählte System (Sonde, Grundwasser, Körbe oder Flächenkollektor) überprüft werden. Die nächsten Schritte entscheiden dann über Wohl und Wehe der Anlage auf Jahrzehnte.

Die Berechnung der Bedarfs

Der vierte Schritt umfasst die Planung und Dimensionierung der   Sonden- oder Brunnenanlage unter Berücksichtigung der relevanten Parameter, z. B. Heiz- oder Jahresenergiebedarf, geologische und hydrogeologische Verhältnisse aber auch die örtlichen Verhältnisse, um nur einige zu nennen.

Die Leistungsausschreibung

Der nächste, der fünfte Schritt, gilt einer sorgfältigen und vor allem umfassenden Ausschreibung der Leistungen. Zu einer Erdwärme- oder Brunnenanlage gehören nicht nur die eigentlichen Bohrungen sondern auch das Einholen von Genehmigungen. Es muss das Bohrgut entsorgt (Container) werden und schließlich müssen die Leitungen (Sonden- oder Brunnenleitungen) noch in das Gebäude geführt werden. Dies bedeutet neben den eigentlichen Material- und Verlege-  eben auch Grab­arbeiten und ggf. auch die Entsorgung von Aushubmaterial. Ge­nerell kritisch hinterfragt werden sollten Pauschalangebote ohne genaue Auflistung der Leistungen bzw. der verwendeten Materialien. Wird z. B. deutsch­land­weit für eine bestimmte Heizlast oder ein bestimmtes Gebäude mit ein und derselben Sondenlänge ge­rechnet, sollte das stutzig machen. Denn weder die Geologie noch die klimatischen Verhältnisse sind Bundesweit identisch.

Den Antrag stellen

Vor dem endgültigen Start steht der Schritt 6. Das heißt ob Erdwärmesonde oder Brunnenan­lage, die Bohrungen müssen bei den zuständigen Behörden mit Angabe der relevanten Daten (Lage, Anzahl / Tiefe Sonden bzw. Brunnen, Geologische Prognose etc.) eingereicht werden.      
Die Erstellung der Antragsunterlagen erfolgt durch die Bohrfirma oder ein geologisches Büro.

Die Bohrung

Die gesamte gute Planung nützt nichts, wenn sie später in Schritt 7 (der Ausfüh­rung) nicht umgesetzt wird.     
Wie beim Gebäudefundament ist auch die Installation der Erdwärmesonde ein einmaliges Unterfangen. Nachträgliche Korrekturen sind nicht möglich bzw. ggf. nur in Form weiterer Bohrungen realisierbar. Die Erdwärmesonden- oder Grundwasserbohrungen mit Ausbau sollten immer durch ein qualifiziertes, d.h. nach W 120 zer­tifizierte Unternehmen (welches entsprechend technisch aus­ge­rüstet ist) durchgeführt werden. Begleitet wird die Maßnahme durch eine unabhängige, geolo­gische Betreuung.

Das Prüfprotokoll

Zum Abschluss, und damit zu Schritt 8, gehört schließlich  die Enddokumentation mit Lageplan, Geologischem Profil sowie Verfüll- und Druckprüfprotokoll. Weiterführende Infos unter: www.glaeser-geothermie.de


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