Mauertrockenlegung und Entfeuchtung

Artikel vom 20. Juni 2008
Feuchte Wände, nasse Keller und der daraus meistens resultierende Schimmelbefall, Modergeruch können mit dem Einsatz der elektrophysikalischen Mauertrockenlegung auf substanzschonende, ökologische Weise kostengünstig und dauerhaft beseitigt werden. | Fotos: Köhler BautenschutzFeuchte Wände, nasse Keller und der daraus meistens resultierende Schimmelbefall, Modergeruch können mit dem Einsatz der elektrophysikalischen Mauertrockenlegung auf substanzschonende, ökologische Weise kostengünstig und dauerhaft beseitigt werden. | Fotos: Köhler Bautenschutz

Im Bereich der Sanierung von feuchtigkeitsgeschädigter Bausubstanz stösst man immer wieder auf die Annahme, dass man durch Abgraben, Anbringen...

von nachträglichen Vertikal-Abdichtungen, Einbringen von chemischen Injektionen oder Ausführung von mechanischen Eingriffen. Bauwerksfeuchtigkeit wirkungsvoll beseitigen oder verhindern kann. Doch das ist nur am Symptom kuriert.Wenn die Mauern feucht sind, sind diese gerade bei älteren Gebäuden im Regelfall von kapillar aufsteigender Feuchtigkeit betroffen. Die im Baustoff vorhandenen Kapillaren erzeugen dabei durch das Zusammenwirken von löslichen Mineralsalzen und Erdfeuchtigkeit eine größere „Steighöhe“, je feiner sie sind. Ursache ist hier eine leichte Stromspannung (etwa 0.74 bis 1,2 V) durch die ein stetiges (Reibungs-)Potential zwischen Wassermolekülen und Salzionen im Wandgefüge entsteht. Bei nicht unterkellerten Gebäuden konnten durch diesen natürlichen, chemisch-physikalischen Vorgang schon Steighöhen bis zu 3 Metern gemessen werden. Bei unterkellerten Gebäuden ist sie meistens bis zur Höhe der äußeren Erdandeckung festzustellen. Werden im Sockelbereich die Wände nun mit dampfdichten Verkleidungen oder Anstrichen versehen. Steigt das Wasser so weit, bis sich ein Gleichgewicht zwischen Verdunstung, Kapillarsog und Auftrieb einstellt. Fehlende oder defekte horizontale und vertikale  Sperrschichten begünstigen dabei die Wassereinwanderung ins Mauerwerk über die Gründungs- und Fundamentbereiche, die ja in das Erdreich eingebunden sind. Ein altes Ziegelmauerwerk ist z.B. sehr saugfähig, es kann dadurch leicht bis zu 400 Liter Wasser pro m3 aufnehmen.Gerade ältere Gebäude sind von aufsteigender Feuchtigkeit betroffen. | Foto: Köhler Bautenschutz

Sperrschichten

Mechanische Trockenlegungs- verfahren können bei sachgemäßer Ausführung gute Ergebnisse bei der Sanierung bringen. Hier ein kurzer Überblick:

Mauertauschverfahren:

Dies ist eine klassische Methode. Dabei wird das Mauerwerk aufgegraben, neu unterfangen und mit einer Sperrschicht versehen. Diese Methode ist sehr wirksam, aber mit erheblichen, kostenaufwändigen Maßnahmen verbunden, die auch nicht überall angewendet werden können. Eine Sanierung der Mittelmauern macht zudem erhebliche bauliche Eingriffe nötig. Unsachgemäße Ausführung kann leicht zu Gebäudesetzungen und Rissen führen.

Stahlblechverfahren:

Bei Mauerwerk mit vorhandener Lagerfuge (Mörtel) können Stahlbleche als Sperrschicht eingeschlagen werden. Diese korrosionsbeständigen Bleche bieten eine wirksame Sperre, wenn sorgfältig gearbeitet wird. Problemkreise ergeben sich dadurch, dass sich durch die Trennung der Mauern mit Blechen bei horizontalem (Erd-)Druck Mauerverschiebungen ergeben können. Nicht auszuschließen ist auch, dass Einschlagvibrationen die Bausubstanz durch Rissbildung in Mitleidenschaft ziehen.

Mauerschnittverfahren:

Ein auch bei Mischmauerwerk anzuwendendes Verfahren. Die Schnittfugen werden dabei mit Sperrmaterial verpresst oder anderweitige Sperrschichten eingefügt. Die Vor- und Nachteile sind ansonsten dieselben wie beim Stahlblechverfahren.

Injektionsverfahren:

Hier gibt es eine Vielzahl verschiedener Methoden. Drucklose Verfahren, oder Methoden, die mit Druck oder Hitze arbeiten. Bohrlöcher werden dabei mit Substanzen getränkt,  diese dehnen sich aus und verstopfen die Kapillaren. Die Injektionsmittel sind jedenfalls vielfältig, die wichtigsten davon sind Kunstharze, Bitumen, Paraffine, Wasserglas, Kieselsäure. Staudruck und Salze können diese Schichten im Laufe der Zeit wieder unwirksam machen. Hoher Wassergehalt in  der Mauer erschwert auch die Aufnahme des Injektionsmittels.

Bohrkernsperre:

Durch abwechselndes Bohren und Verfüllen und wieder überbohren wird eine horizontale wasserdichte Betonschicht ins Mauerwerk eingebracht, die als Sperrschicht wirkt.

Anmerkung:

  • Sperrschichten können sich im Laufe der Zeit durch die Einwirkung löslicher Mineralsalze zersetzen und damit unwirksam werden.
  • Mechanische und chemische Verfahren können feuchtes Mauerwerk nicht trockenlegen, sondern nur den künftigen Kapillarauftrieb verhindern.
  • Im Regelfall zieht sich die Trocknung feuchten Mauer-werks über mehrere Jahre hinweg, wenn keine Kapillarfeuchte mehr nachgefördert wird.    
Das Übel an der Wurzel packen. | Foto: Köhler BautenschutzDas Abwandern des Wasser kann man durch elektrophysikalische Verfahren ermöglichen. | Foto: Köhler Bautenschutz

Das Übel an der Wurzel packen heißt: das „Abwandern“ des Wassers durch das elektrophysikalische Verfahren zu ermöglichen. Das schafft Sicherheit ohne bauliche Eingriffe.

Die elektrophysikalische Mauertrockenlegung

Auf dem Problemfeld der Mauerentfeuchtung werden seit einiger Zeit ganz neue Wege beschritten. Der Ausgangspunkt ist eine Entdeckung von Professor Reuss in Petersburg vor 180 Jahren: Wasser bewegt sich immer als Dipol im natürlichen oder künstlich elektrischen Feld vom Pluspol zum Minuspol.  Die Umsetzung dieser Erkenntnis hat zur Entwicklung vieler Technologien in der Industrie und Medizintechnik geführt. Diese physikalischen Gesetzmäßigkeiten werden auch bei der Trockenlegung von Mooren, bei der Beschichtung von Autoteilen, bei der Membransteuerung in der Medizin oder bei der Trennung von Substanzen angewendet. Die konsequente Weiterentwicklung des Grundgedankens führte dann wiederum zum Einsatz der berührungs- und drahtlos arbeitenden Systeme, die mit Hilfe von schwachen Funkimpulsen eine schnelle Fernfeldumkehr im Mauerwerk erreichen. Im somit positiven Feld orientieren sich die Wassermoleküle neu an und wandern zum negativ geladenen Erdreich ab. Die Abtrocknung des Mauerwerks ist dann nur noch eine Frage der Zeit. In ein bis zwei, höchstens drei Jahren können mit dieser funktechnischen Methode Gebäude trockengelegt werden. Und dies völlig ohne Eingriff in die Bausubstanz, also ein unschätzbarer Vorteil in der Denkmalpflege und in der Altbausanierung. Eingesetzt werden kann diese Methode überall dort, wo durch aufsteigende Feuchtigkeit (auch vertikal über die Außenwände eindringende Feuchtigkeit wirkt aufsteigend) im Mauerwerk ein Potential vorliegt. Dieses lässt sich ohne große Feldstärken umkehren, sodass der Einsatz dieser Systeme auch in bewohnten Häusern unbedenklich ist. Das Besondere an den Verfahren, die auf elektrophysikalischem Prinzip basieren ist, dass hier nicht versucht wird, eine Sperrschicht einzubringen. Im Gegenteil: gerade die fehlende oder defekte Sperrschicht ist Voraussetzung für das Abwandern des Wassers. Diese Verfahren können im wahrsten Sinne des Wortes aus einem Minus (-) ein Plus (+) machen.     

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