Keller: Dämmung ja – aber welche?

Artikel vom 11. November 2008
Dämmun ja – aber welche? | Foto: KnechtDämmun ja – aber welche? | Foto: Knecht

Optisch ansprechend, umweltbewusst und sparsam im Verbrauch – so wünschen sich Bau­herren heute ihre eigenen vier Wände. Das gilt auch für den Keller.

Bereits mit der Entscheidung für eine bestimmte Dämmung werden Weichen gestellt, die den Komfort im Untergeschoss und die Baukosten beeinflussen. Für das Dämmen gibt es klare Vorgaben – dennoch besteht die Wahl zwischen ver­schiedenen Varianten. Ein Überblick zu den Vor- und Nachteilen von Außen-, Kern- und Innendämmung bei Fertigteilkellern gibt Dipl.-Ing. Bernd Hetzer von Knecht Fertigteilkeller.

Außendämmung | Foto: KnechtAußendämmung bringt keinen Innenraumverlust

Sie ist universell einsetzbar – auch im Grundwasser und ermöglicht selbst hohe Dämmdicken ohne Innenraumverlust. Der Tauwasser-
punkt liegt außerhalb der Betonwand, Wärmebrücken lassen sich leicht vermeiden. Ebenso kann der Übergang vom Haus zum Keller energetisch optimal ausgebildet werden, da die einzelnen Dämmschichten meistens in der gleichen Ebene liegen. Es lassen sich Kosten sparen, da die Dämmung gleich­zeitig als Anfüllschutz dient.  

 

  

Kerndämmung | Foto: KnechtKerndämmung kommt ohne Außenputz aus

Ohne Außenputz kommt die Kerndämmung aus. Allerdings ist sie unterm Strich teurer als die Außen-
dämmung: Die Wände müssen aufwändiger hergestellt werden und sind um zirka 6 cm dicker. Letzteres bedeutet zusätzlich einen Raum-
verlust. Zudem liegt der Tau-
wasserpunkt innerhalb der Wand, wodurch Stahleinlagen aus Edelstahl erforderlich sind. In der Gesamt-
kostenbilanz fällt zwar der Putz weg, gleichzeitig muss aber der zusätzliche Anfüllschutz im erdberührten Bereich berücksichtigt werden. Bei Grund-
wasser sind aufwändige Abdichtungs-
maßnahmen erforderlich und der Übergang vom Haus zum Keller ist energetisch betrachtet nicht optimal.    

Innendämmung | Foto: KnechtInnendämmung benötigt einen Anfüllschutz

Die Innendämmung ist bei einem nachträglichen Ausbau des Kellers oder bei einzeln beheizten und nur gelegentlich genutzten Kellerräumen zu empfehlen. Beim Anheizen wird hier ein schneller Temperaturanstieg erzielt, da nicht die Wandkonstruktion mit aufgewärmt werden muss. Allerdings muss auf eine konstruktive Maßnahme geachtet werden: An der Wandinnenseite über der Wärme-
dämmung muss eine funktionierende Dampfsperre angebracht werden. Diese darf nicht durch Nägel oder Schrauben zerstört werden, da sonst warme und feuchte Luft an die kalte Außenwand gelangen würde und es  hinter der Dämmung zur Kondenswasserbildung käme. Gleichzeitig benötigt man bei dieser Dämmvariante einen zusätzlichen Anfüllschutz.

Bei einem Nutzkeller ist Folgendes zu beachten:

Jeder Keller besitzt eine Abdichtung, die in den meisten Fällen auf der Betonaußenseite aufgebracht wird. Diese gilt es mittels eines Anfüllschutzes mit Sickerplatten oder dreischichtigen Noppenbahn gegen Beschädigungen zu schützen, ins-besondere beim Wiederverfüllen des Arbeitsraumes. Wählt man eine Außendämmung, übernimmt diese bereits den Anfüllschutz. Der folgende Kostenvergleich zwischen einem nicht gedämmten und einem gedämmten Keller berücksichtigt diesen Unterschied: Die effektiven Kosten für die Dämmung ergeben sind dann aus dem Differenzbetrag zwischen Sickerplatten oder dreischichtiger Noppenbahn und einer ca. 6 cm starken Außendämmung. Dieser Betrag liegt beispielsweise für einem 100 qm großen Keller bei ca. 1.700 Euro. Mit dieser relativ kleinen Investition besteht die Möglichkeit, den Keller zu einem späteren Zeitpunkt  etwa für einen Hobby­raum oder eine Sauna auszubauen und die Grundfläche des Hauses aufzuwerten. Schon deshalb sollte selbst bei einem Nutzkeller auf eine Außendämmung nicht verzichtet werden. Zusätzlich verhindert eine Dämmung beim Nutz­keller die unter gewissen Umständen auftretende Schwitzwasserbildung, die zu feuchten Kellern und Schimmel führen kann.

Übersicht der Dämmung | Foto: Knecht

Alle Varianten der Kellerdämmung haben ihre Vor- und Nachteile. Je nach Situation vor Ort empfiehlt sich die eine oder andere Lösung oder sogar eine Kombinationen. Bei Außen- und Innendämmung sind zudem bestimmte Eigenleistungen möglich. Entscheidend ist, sich vorab von erfahrenen und kompetenten Kellerbauern beraten zu lassen.

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