Alles dicht im Oberstübchen
Wer sein Geld in eine bessere Wärmedämmung der eigenen Immobilie steckt, setzt auf eine zukunftssichere Investition.
Foto: djd/Industrieverband Polyurethan Hartschaum eV
Vom Zustand des Dachgeschosses und der geplanten Nutzung hängt es ab, welche Art der Wärmedämmung sinnvoll ist.
Foto: djd/Paul Bauder
Bis Ende 2011 müssen Dächer oder oberste Geschossdecken auch in Altbauten gedämmt sein.
Das hat der Gesetzgeber in der aktuellen Version der Energieeinsparverordnung (EnEV) vom Oktober 2009 festgeschrieben.
Denn rund 30 Prozent der Wärmeverluste in älteren ungedämmten Wohnhäusern gehen auf das Konto des Dachs – es ist damit der größte Klimasünder in vielen Bestandsgebäuden. Wer seine Heizkostenbilanz wirkungsvoll verbessern will, sollte also erst mal einen Blick ins Dachgeschoss werfen, bevor er mit dem Gedanken an eine neue Heizung im Keller spielt.
Vom Zustand des Dachgeschosses und der geplanten Nutzung hängt es davon ab, welche Art der Wärmedämmung sinnvoll ist.
Die oberste Geschossdecke dämmen Heimwerker selbst
Wer den Dachboden nur als Abstellraum nutzen will, kann Wärmeverluste aus den Räumen darunter mit einer Dämmung der obersten Geschossdecke minimieren. Dafür gibt es heute fertige Plattenelemente mit umlaufender Nut
und Feder, die mit etwas handwerklichem Geschick einfach selbst zu verlegen sind.Besonders praktisch sind Dämmsysteme, die oberseitig bereits mit einer Trittschicht etwa in Form einer Holzfaserplatte verbunden sind – die zusätzliche Verlegung von Span- oder Sperrholzplatten kann man sich so sparen.
Alte Dämmschichten weiter nutzen
Wer das oberste Stockwerk bereits nutzt oder ist einen Ausbau plant, muss das Dach selbst dämmen und luftdicht „verpacken“. Eine einfache Dämmung zwischen den Dachsparren ist häufig bereits vorhanden und kann einfach weitergenutzt werden. Als alleinige Dämmung ist sie in der Regel nicht ausreichend. Meist ist sie zu dünn, die Sparren selbst wirken als Wärmebrücken und verursachen so Energieverluste. Zusätzlich möglich ist eine Auf- oder Untersparrendämmung.
Aufsparrendämmung: die lückenlose „Haube“
Eine Aufsparrendämmung empfiehlt sich immer dann, wenn das Dach eine
neue Eindeckung bekommen soll. Sie hüllt das Dach lückenlos wie eine Haube ein und ist daher der effektivste Wärmeschutz. Unter Umständen kann es sinnvoll sein, eine Sanierung der Dacheindeckung vorzuziehen, die in ein paar Jahren ansteht – doppelte Kosten etwa für Gerüstbau kann man sich so sparen.
Zur Anbringung einer Außendämmung kann man das Dach auch „umdecken“, das heißt, die Dachpfannen werden etappenweise abgedeckt und über der Dämmung wieder aufgebracht. Das lohnt sich zum Beispiel bei einem neuwertigen intakten Dach oder wenn die Räume darunter bereits ausgebaut und in Benutzung sind. Der Hochleistungsdämmstoff Polyurethan ist hier ebenfalls gut geeignet. Der überlegene Wärmedurchgangswert (U-Wert) erlaubt einen schlankeren Aufbau der Dämmung, so dass sich die Silhouette des Hauses
nicht stärker verändert als unbedingt nötig.
Untersparrendämmung: das Dach bleibt drauf.
Eine Untersparrendämmung ist sinnvoll, wenn die Dachhaut nicht verändert werden soll und die Dachräume noch nicht ausgebaut sind. Eine lückenlose Dämmung erfolgt hier unterhalb der Sparren. Dafür gibt es fertige Platten-elemente mit einer Nutzschicht aus Gipskarton. So kann der neu gedämmte Raum mit geringem Aufwand gespachtelt, gestrichen oder tapeziert werden.
Nachwachsende Dämmstoffe: gute Ökobilanz
Naturdämmstoffe überzeugen durch eine gute Ökobilanz und ihre atmungs-aktiven Eigenschaften, die sich positiv aufs Raumklima auswirken können. Nachwachsende Faserstoffe wie Hanf und andere Naturfasern gibt es als Platten, Matten oder lose. Zellulosefasern aus recyceltem Zeitungspapier werden in der Regel als lose Schüttung verarbeitet. Der Einbau erfolgt
entweder in Hohlräume durch Einblasen




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