Zukunft Altbau: Mehr Immobilienwert und Komfort, weniger Betriebskosten

Artikel vom 29. Mai 2008
Dieses Haus in Tübingen wurde 2006 sa­niert und benötigt jetzt nur noch 40% des bisherigen Energi­e­­verbrauchs. | Foto: Architekturbüro „Manderscheid Partnerschaft“ / de MaddalenaDieses Haus in Tübingen wurde 2006 sa­niert und benötigt jetzt nur noch 40% des bisherigen Energi­e­­verbrauchs. | Foto: Architekturbüro „Manderscheid Partnerschaft“ / de Maddalena

Anfang Juli ist das neue Programm „Zukunft Altbau“ des baden-württem­bergischen Umwelt­ministeriums gestartet.

Ziel von Zukunft Altbau ist es, Wohnungs- und Hausbesitzer firmenneutral über den Nutzen energetischer Altbaumodernisierung aufzuklären. Konzepte gibt es inzwischen für jeden Haustyp und Geldbeutel – inklusive staatlicher Förderung. Damit die Sanierung nicht ins Wasser fällt, rät das Programm Gebäude- energieberater hinzuzuziehen. Zukunft Altbau ist aus dem „Impuls-Programm Altbau“ hervorgegangen und will mit Broschüren und der neuen Internetseite Immobilienbesitzer aus allen Altersschichten direkter an­sprechen. Allein in Baden-Württemberg gibt es rund 2,2 Millionen Wohngebäude, die vor 1977 er­richtet wurden. Sie haben einen bis zu 7fach höheren Heizbedarf als energetisch modernisierte Do­mizile. Dieses Potenzial möchte Zukunft Altbau jetzt aktivieren.

Fotos: Architekturbüro Foto: Architekurbüro
Vor der Sanierung des HausesNach der Sanierung im Innenraum

„Ob Gründerzeit, Nachkriegsbau oder Siebziger Jahre, für jedes Haus gibt es attraktive Sanierungskonzepte“, weiß Claudia Rist, Leiterin des Programms, das bei der Klima­­schutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) in Karls­ruhe angesiedelt ist. Experten schätzen, dass die Zahl der energetischen Gebäudemodernisierungen bald zunehmen wird: Das neue Wärmegesetz, dessen Entwurf am 10. Juli durch die Landesregierung vorgestellt wurde, schreibt ab 2010 für bestehende Gebäude beim Austausch des Heizkessels eine Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien von 10 % des Heiz- und Warmwasserbedarfs vor. 

Maßnahmen zur Wärmedämmung

Foto: Architekurbüro Fenster mit Dreischeiben-Wärmeschutz- verglasung, eine effiziente Fassaden- dämmung oder ein luft- und winddichtes Dach mit Dampfbremse und Hinterlüftung – gut „eingepackte“ Häuser sind komfortabler, haben einen höheren Immobilienwert und sehen schöner aus.

Als Alternative können Altbaubesitzer aber auch Maßnahmen zur Wärme- dämmung ergreifen. Auch der Energieausweis wird den Trend zur energie- effizienten Modernisierung anheizen. Ab Juli 2008 tritt er schrittweise in Kraft. Der Ausweis stuft künftig jedes Haus nach seiner Effizienz ein. Das Ergebnis reicht von optimalem Grün bis mangelhaften Rot. Häuser mit der Warnfarbe werden bei Verkauf und Vermietung bald deutlich geringere Erlöse erzielen. Vom Niedrigenergie- bis zum Passiv­haus – energieeffizient modernisierte Altbauten bieten viele Vorteile: Sie sind traumhaft schön, ihre Besitzer kommen mit einem Bruchteil der Betriebskosten aus und sind unabhängig von Energiepreiserhöhungen. Im Winter sind die Domizile behaglich warm, im Sommer vor Überhitzung ge­schützt. Das steigert den Wert und schont das Klima.

Tipps vom Gebäudeenergieberater

„Damit der Sanierungseffekt maximiert und die Investition minimiert werden können, sollten Eigentümer aber überlegt vorgehen“, rät ­Claudia Rist. „Dazu gehört die Einschaltung eines Gebäudeenergieberaters, etwa aus dem Handwerk. Auch Architekten oder Ingenieure bieten die Dienstleistungen an. Das ver­hindert unkoordinierte Einzel­aktionen, seien sie noch so professionell ausgeführt.“ Der Energieberater prüft das komplexe System Haus auf Herz und Nieren und schlägt ein optimales Sanierungskonzept in mehreren Stufen vor. Zuerst gilt es, die Wärmeverluste einzudämmen, bevor eine neue Heizungs- technik angeschafft wird. Denn durch ungedämmte Dächer, Wände und Fenster entweichen jeweils 20 % und mehr der Heizenergie, weitere 5 bis 10 % gehen durch eine ungedämmte Kellerdecke verloren.

Effizientere Heizungsanlagen

Der weitere Umfang der Maßnahmen, etwa effizientere Heizungen mit Holzpellets und Solarthermie oder Wärmepumpen, kann der Immobilien- besitzer dann seiner individuellen finanziellen Leistungsfähigkeit anpassen. Zuschüsse und verbilligte Kredite von Bund, Land und Kommunen erleichtern die Realisierung einer Gesamtsanierung erheblich. Auf der neuen Seite www.zukunftaltbau.de er­halten Altbaubesitzer Tipps und ­firmenneutrale Informationen. Die Seite verrät, wie viel Energie Eigentümer bei ihrer Immobilie einsparen können, welches die ­effizientesten Techniken sind, wie viele Fördermöglichkeiten es gibt und wo der nächste Gebäude­energieberater sitzt. Informationen gibt es auch kostenfrei unter 08000 12 33 33 oder in einem Faltblatt zum Einstieg in die energetische Sanierung.

Foto: Zukunft Altbau

Wie Altbaubesitzer die energie­effi­ziente Dämmung ihrer Gebäude­hülle richtig anpacken, darüber informiert jetzt ein kostenloses Faltblatt von Zukunft Altbau. Das Faltblatt „Gebäudehülle“ zeigt firmenneutral, welche Maßnahmen bei Dach, Außenwänden, Fenstern und Kellerdecke sinnvoll sind und an wen sich Sanierungswillige wenden können.

Es kann über die gebühren­freie Hotline 08000 12 33 33 oder unter www.zukunftaltbau.de bestellt werden.

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