Bietigheimer Schloss
Gelungene Verbindung von Vergangenheit und Zukunft
Blick auf das reizvolle alte Gemäuer mit neuem Fachwerk und einem neu gestalteten Seitenflügel, der nun die Jugendmusikschule beherbergt
Foto: Skupin
Eine moderne Treppenanlage führt über einen der freigelegten Kellerhälse zu einem Nebengebäude
Foto: Roland Halbe
Der Gewölbekeller unterhalb der neuen Jugendkunstschule Labyrinth lag früher unter einer alten Scheune verborgen
Foto: Skupin
Mit der grundlegenden Sanierung, dem Umbau und der Erweiterung des Bietigheimer Schlosses hat sich die Stadt Bietigheim-Bissingen einen lange gehegten Wunsch erfüllt: das Kulturhaus, ein Kommunikationszentrum für alle ist Wirklichkeit geworden.
Nach Jahren intensiver Planungs- und Renovierungsarbeiten ist allen Beteiligten beim Anblick der beeindruckenden Architektur und den sich aus ihr ergebenden neuen Nutzungsmöglichkeiten der nun verfügbaren Räume klar: die Arbeit hat sich mehr als gelohnt! Aus einem durch Mauerfeuchte in seiner Substanz geschädigten, verschachtelten und schwer zugänglichen Gebäude-Konglomerat, ist ein modernes, den Charme einer langen Geschichte atmendes, funktional wie architektonisch gelungenes neues Stadtquartier entstanden.
Die Musikschule Bietigheim-Bissingen,
die Jugendkunstschule Labyrinth,
die Schillervolkshochschule des Kreises Ludwigsburg, das Kultur- und Sportamt sowie Gastronomie und Einzelhandel haben nun im neuen Bietigheimer Schloss ihr neues Domizil gefunden. Dabei gingen die Sanierungsarbeiten nicht immer reibungslos vonstatten. Bereits zu Beginn der Arbeiten stellte sich das Entfeuchtungsproblem als eine schier unüberwindbare Hürde vor die weiteren Sanierungsmaßnamen. Eine auf elektrophysikalischer Basis beruhende Entfeuchtungsmethode sorgte dafür, die Mauern trocken zu legen und vor allem den weit fortgeschrittenen Salpeterfraß zu stoppen. Bereits nach knapp einem Monat war auch dieses Problem größtenteils gelöst und man musste sich bereits einem neuen widmen: Um den geplanten Bodenaufbau für den Keller des großen Tanzsaales durchführen zu können, mussten zunächst der Naturboden - bestehend aus dem abgelagerten Staub von Jahrhunderten - abgegraben werden. Ein Minibagger wurde eigens dafür in den Kellerraum bugsiert und sorgte für die nötigen Voraussetzungen. Trotz immensem Arbeitsaufwand gelang es dem Architekten und den beteiligten Sanierungsprofis alle auftretenden Schwierigkeiten mit Bravour zu
meistern. Das Ergebnis lobt seine Meister.
Projektleitung: Architekt Richmann KBK Architekten
Örtliche Bauleitung: Noller Architekten




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