Fenster Wärmedämmung:
Fachwisen rund um 0,8 W/qmK

Artikel vom 09. Dezember 2008
Wärmedämmung, Einbruchsicherheit und Design sind gefragt | Foto: Nestle FensterWärmedämmung, Einbruchsicherheit und Design sind gefragt | Foto: Nestle Fenster

Wenn Energie fast täglich teurer wird, bekommt der Aspekt der Energieeinsparung im Neubau wie in der Renovierung immer größeres Gewicht.

Für Fensterbauer ist dieses Thema von hoher unternehmerischer Bedeutung und bringt Herausforderungen wie Chancen mit sich. Denn Energie-
einsparung fängt mit zeitgemäßer Fenster-Wärmedämmung an. Diese wachsende Bedeutung er­fordert in jeder Beratung solides Fachwissen rund um Konstruktion, Material, Wärme-/Kältebrücken, Verglasung und mehr.

UW und UG: Verwechslungsgefahr und Irreführung

Der Wärmedämmwert des gesamten Fensters wird als UW-Wert angegeben (früher K-Wert). Er wird an der standardisierten Fenstergröße 1230 x 1480 mm (Glas mit Rahmen) ermittelt. Liegt er unter 0,8 W/m2K, ist das Fenster passivhaustauglich – eine höchst werbewirksame Aus­sage bei heutigen Energiekosten. Da in Produktbeschreibungen oft auch mit dem UG-Wert argumentiert wird, sind Irreführungen nicht ausgeschlossen. Denn der UG-Wert steht nur für den reinen Wärmedämmwert des ungestörten Glases. Der gibt aber nur die „halbe Wahrheit“ preis. Denn nur die Wärmedämmleistung des gesamten Fensters (also Glas UND Rahmen) ist das faire und korrekte Leistungsmerkmal. Mit anderen Worten: wenn jemand einen positiven UG-Wert (der Verglasung) heraus stellt und dazu einen einfachen Rahmen mit schlechtem UW-Wert kombiniert, hat er möglicherweise einen niedrigen Fensterpreis gestaltet, aber den wahren – und entscheidenden – UW-Wert des gesamten Fensters verschleiert.

Der Rahmen: Holzart und Rahmenstärke beachten

Nachdem die wohnlich-harmonische Holzausführung moderner Fenster sich trendorientiert zur Eiche hin entwickelt, ist auch auf den unterschiedlichen Wärmedämmwert der einzelnen Holzarten zu achten. Feste Holzarten mit hoher Rohdichte wie Eiche und Buche haben schlechtere Dämmwerte als Weichholzarten wie Fichte, ­Kiefer oder Lärche, weil Weichhölzer im Zellaufbau mehr Luft­polster als „Dämmstoffe“ enthalten. Dass auch die Rahmenstärke den Dämmwert beeinflusst liegt auf der Hand. Daher greifen Kunden immer häufiger zu den neuen, 92 mm starken Profilen aus vierschichtverleimtem Qualitätsholz.

Vier Dämmwertstufen bei der Verglasung

Auch mit der Isolierverglasung kann die gewünschte Energieeinsparung gesteuert werden. So gibt es bei den Wärme dämmenden Gasfüllungen mit dem marktüblichen, preiswerteren Argon und dem wirksameren, aber teureren Krypton zwei verschiedene Gase. Durch die im Trend liegende Dreifachverglasung wird der Dämmgrad weiter verbessert. Ebenfalls Bestandteil einer guten ­Isolierverglasung sollte eine aufgedampfte, Wärmestrahlung reflektierende Silberschicht sein.   

Wie man erfolgreich Wärmebrücken vermeidet oder reduziert

Wärmebrücken entstehen meist dort, wo unterschiedliche Bauteile und/oder Materialien aufeinander treffen. Beispiel: Glas und Rahmen. Hier kann durch den Glas­einstand (in den Rahmen) die Wärmebrücke verlustreicher oder energiesparender ge­staltet werden. Mit dem neuen Klimafenster wurde der Glas­einstand gegenüber anderen Kon­- struktionen um 10 mm vertieft und damit den U-Wert des Fensters verbessert. Den gleichen Effekt erzielte man durch eine weitere Konstruktionsraffinesse: Entfall der Metall-Regenschiene. Denn Metall sorgt für Wärmeverluste. Nachdem das Entwässerungs­system metallfrei in den Holz­rahmen integriert wurde, konnten die Wärme­dämmwerte für das ­Klimafenster klar verbessert werden. Als Ge­winn erhält man eine reine Holzoptik, die mit vielen Architekturstilen perfekt harmoniert.

K1-P: Das Highlight in Wärmedämmung, Design und Komfort

Materialauswahl, Rahmenbreite, Dämmkern und Verglasungsart erlauben mittlerweile ein breites Spektrum an Fenstersystemen, die für heutige Energieeinspar-Anforderungen sehr gezielt ausgewählt werden können. Wobei von einem Spitzenprodukt unter den „passivhaustauglichen“ bisher noch nicht berichtet wurde. Gemeint ist das „Novum K1-P“, das mit seiner ausgeklügelten Konstruktion und der dreifach-Isolierverglasung auf einen UW-Wert von 0,79 W/m2K kommt und vom Passivhaus-Institut Dr. Feist, Darmstadt, als Passivhaus-geeignete Komponente zertifiziert wurde. Auch durch seine integrierte, motorisierte Jalousie mit schwenkbaren Aluminium-Lamellen sticht es aus der Masse.

Flügelhölzer | Foto: Nestle FensterWasserkammer metallfrei | Foto: Nestle Fenster

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