Energetische Altbausanierung: Gelungene Sanierung einer denkmal­geschützen Getreidemühle

Artikel vom 28. April 2010

Voher und Nachher-Ansicht

Foto: www.tecalor.de

Die Integration des historischen Mahlsteins ist ein besonderer Blickfang

Foto: www.tecalor.de

Im Hauswirtschaftsraum hielt modernste Wärmepumpentechnik Einzug: Die Wasser/Wasser-Wärmepumpe sowie ein Puffer- und Warmwasserspeicher.

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Wenn es sich dabei um denkmalgeschützte Gebäude handelt, sind den individuellen Vorstellungen häufig in Bezug auf die Fassade Grenzen gesetzt. So beispielsweise bei der Sanierung einer in Familienbesitz befindlichen Getreidemühle ausdem Jahr 1950.

Eigentümer Hubert Flück hatte dabei den Anspruch, den Klinkerbau mit moderner Haustechnikauszustatten, die auf regenerative Energien setzt. Im münsterlän­dischen Raesfeld ist nach den umfangreichen Umbaumaßnahmen ein großzügiges Einfamilienhaus mit über 200 Quadratmetern Wohnfläche entstanden. Durch Innendämmung der Außenwände und neue Fenster konnte der Bauherr die energetischen Anforderungen erreichen, die den Einsatz von Wärmepumpentechnik möglich macht. Die Wirtschaftlichkeit von solchen Investitionen sowie die daraus resultierende Nutzung erneuerbarer Energiequellen ergeben sich durch langfristig niedrige Betriebskosten und durch zins­günstige Kredite der KfW-Bank.     

Robust gebaut und gut gedämmt

Drei Stockwerke mit jeweils 75 Quadratmetern Fläche umfasst das Gebäude aus Klinkern. Zur optimalen Dämmung wurden innen im Rahmen der Sanierung fünf Zentimeter starke Calcium­silikat-Platten verklebt. Die Wände kommen mit zwei Lagen Putz auf nunmehr fast 50 Zentimeter, wofür bei diesem Objekt ausreichend Raum vorhanden war. Die Platten garantieren mit einem U-Wert von 0,9 KWh/m2 lang­fristig eine sehr gute Wärmedämmung. Zudem verhindern sie durch ihre kapillar­aktive Eigenschaft Schimmelpilzbildung, was sie speziell für Fachwerk- und andere Altbauten mit historischer Fassade interessant macht. Alle Etagen verfügen über Fußbodenheizung, die dank niedriger Vorlauftemperaturenwirtschaftlich arbeitet. Im Inneren der alten Mühle hat der gelernte Tischler die gesamte Ausstattung modern und überwiegend in Holz gehalten. Parkett und historische Einrichtungsgegenstände harmonieren gekonnt mit modernem Interieur wie Marmorwaschbecken oder Glas. Absoluter Blickfang ist jedoch ein historischer Mahlstein, der unter der Glasplatte eines großen Arbeitstisches seinen Platz gefunden hat.

Gelungene Kombination aus Moderne und Tradition: Eine Glaswand dient als Abtrennung zur Treppe.   

Wärmepumpe nutzt Grundwasser

Früher wurde die Mühle elektrisch betrieben, doch über ein halbes Jahrhundert später wird vollends auf die Kraft der Natur gesetzt. Daher kommt heute eine Wasser/ Wasser-Wärmepumpe TTW 13 von Tecalor für Heizung und Warmwasserbereitung zum Einsatz.    
Das Gerät hat eine Leistung von 12,5 Kilowatt und ist aus­schließlich zur Innenaufstellung geeignet. Für die Installation war ein Förder- und Schluckbrunnen notwendig, die von der Wasser­behörde genehmigt werden
mussten. Ausreichend Frei­fläche auf dem großen Grundstück war dafür vorhanden.
Die zuvor geprüfte Qualität des Grundwassers ergab, dass die Grenzwerte für Eisen und Mangan eingehalten wurden. Neben der Wärmepumpe wurde im Technikraum auch ein Puffer­speicher mit 400 Litern Fassungsvermögen sowie ein Warm­wasserspeicher untergebracht. Zur Unterstützung ist außerdem ein Kaminofen in das Heizungssystem eingebunden.
Auch wenn die Mühle jetzt nicht mehr ihrem ursprünglichen Zweck dient, hat sie - gemäß eines „wind of change“ – ein Zeichen für Sanierungsmög­lich­keiten denkmalgeschützter Ge­­bäude gesetzt: Innen- statt Außendämmung.


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