EnEV - Echte Orientierung bietet nur der Bedarfsausweis

Artikel vom 15. August 2008
Bedarfsausweis nach Modernisierung | Foto: BHW BausparkasseBedarfsausweis nach Modernisierung | Foto: BHW Bausparkasse

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Von Juli 2008 an wird der Energieausweis auch für ältere Gebäude Pflicht: Laut der seit Oktober 2007 geltenden Energie-Einsparverordnung (EnEV 2007) muss das Dokument dann bei Vermietung oder Verkauf vorgelegt werden können. Auch Hauseigentümer, die ihr selbst genutztes Eigenheim umfassend modernisieren oder ausbauen, haben per Energieausweis Rechenschaft über die Energiebilanz abzulegen. Noch bis Oktober 2008 besteht Wahlfreiheit zwischen der verbrauchs- und der bedarfsorientierten Ausweisvariante. Allerdings gibt es gute Gründe, von vornherein auf den aussagekräftigeren Bedarfsausweis zu setzen. Nur der Bedarfsausweis liefert verlässliche Angaben zu den voraussichtlichen Nebenkosten für Heizung und Warmwasser, zum energetischen Zustand des Gebäudes und zu den CO2-Emissionen. Er bietet dem Verbraucher damit echte Orientierung beim Vergleich verschiedener Gebäude. Bei dieser Ausweisvariante ermittelt ein Fachmann rechnerisch den Energiebedarf. Dabei werden die Qualität der Gebäudehülle - wie Fenster, Decken und Außenwände - sowie der Heizungsanlage und des Energieträgers anhand genormter Kriterien objektiv bewertet und berücksichtigt. Der Verbrauchausweis erfasst lediglich den Energieverbrauch der vergangenen drei Jahre und spiegelt damit bestenfalls das Verhalten der früheren Bewohner wider. Der Energieverbrauch eines Ehepaares, das beruflich viel unterwegs ist, lässt sich aber nicht mit dem einer Familie mit zwei Kindern vergleichen. Selbst ein Gebäude mit hohem Energiebedarf kann dann auf dem Papier wie ein Sparmodell aussehen und sich im Alltag als Energieschleuder entpuppen. Um die energetische Qualität einer Immobilie sichtbar zu machen, dürfte der Energieausweis nicht abhängig vom Nutzerverhalten sein.

Foto: Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel e. V.

Die Tabelle zeigt, was die Ausweisvarianten können. Nase vorn: Nur der Bedarfsausweis gibt Aufschluss über die energetische Qualität eines Gebäudes und liefert Käufern oder Mietern damit echte Orientierungshilfe.

Wertvolle Tipps für die Modernisierung

Der Energieausweis zeigt auch, ob kostengünstige Modernisierungsmaßnahmen möglich sind und vergleicht beispielhaft mehrere Varianten. Aus einigen Angaben zum Brennstoffverbrauch können keine Empfehlungen zur Erneuerung der Heizungsanlage oder zur Verbesserung der Wärmedämmung abgeleitet werden. Anders nach einer Hausbegehung mit ausführlicher Analyse der Gebäude- und Heizungs- technik, die sämtliche Schwachstellen aufdeckt. Deshalb ist der Bedarfsausweis eindeutig die aussagekräftigere der beiden Ausweis- varianten. Die Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden werden im Übrigen in naher Zukunft deutlich steigen, die Politik plant bereits entsprechende Gesetze. Und damit kommen auf Immobilieneigentümer weitere Pflichten im Bereich Modernisierung zu. Wer die energetische Qualität seines Eigenheims kennt, kann dem gelassen entgegensehen. Auch angesichts unaufhaltsam steigender Energiepreise zahlt sich rechtzeitiges Handeln aus. Der Weg zum Energieausweis ist einfach: Die 1.200 Energie-Fachberater im Baustoff-Fachhandel bieten ein kostenfreies Erstgespräch vor Ort an. Eine unverbindliche Beratungsanfrage an den Energie-Fachberater in ihrer Nähe können Hausbesitzer bequem im Internet auf dem Ratgeberportal www.energie-fachberater.de stellen.

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