Beim Grundriss auch ans Alter denken!
Eine altersgerechte und barrierefreie Ausstattung ist im Alter wichtig und vorteilhaft. | Foto: BHW/D.LochnerWenn die Kinder aus dem Haus sind, dann eröffnen sich für Wohneigentümer völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten: zusätzlicher Raum für neue Wohnkonzepte mit...
Komfort und vor allem Kreativität. Der Bedarf ist groß, denn über die Hälfte der 55- bis 65-jährigen Bundesbürger lebt in den eigenen vier Wänden. Mehr Platz, mehr Lebensqualität: Meist bleiben die ehemaligen Kinderzimmer nicht lange ungenutzt. Der neu gewonnene Wohnraum kann gut zum Arbeits-, Wellness- oder Gästezimmer umfunktioniert werden. Oft sind die Räume jedoch schon viele Jahre nicht renoviert worden, eine Modernisierung ist nötig. Wer klug ist, macht sich vor der Neugestaltung Gedanken über seine Wohnbedürfnisse im Alter und plant gleich eine altersgerechte und barrierefreie Ausstattung ein.
Grundriss: am besten flexibel
Beste Voraussetzung für eine Umgestaltung des Eigenheims ist ein flexibler Grundriss, der die Zusammenlegung von Wohnräumen erlaubt. Die Chancen dafür stehen gut: Die Mehrzahl der Häuser, in denen die heute 50- bis 65-Jährigen wohnen, stammt aus den 60er und 70er Jahren. Zwar seien die Wände in dieser Bauepoche meist tragend ausgeführt worden, erklärt der Bielefelder Architekt Hans-Friedrich Bültmann. „Aber wenn ein Statiker hinzugezogen wird, kann der Grundriss trotzdem verändert werden.“
Das lohnt sich:
Die neue Bewegungsfreiheit bietet spürbar mehr Wohnkomfort. Für barrierefreies Wohnen ist viel Platz nötig, so dass auch Personen mit eingeschränktem Bewegungsvermögen bequem leben können. Das gilt insbesondere für die am intensivsten genutzten Wohnbereiche: Daher sollten kleine Küchen und Bäder frühzeitig erweitert werden.
Geteiltes Haus bringt Bares
Ist der Wohnbereich nach dem Auszug der Kinder zu groß für die Eltern, kann das Haus zum Beispiel geteilt und eine Einliegerwohnung eingerichtet werden. Das stellt eine lukrative Möglichkeit dar, die nicht mehr benötigte Wohnfläche neu zu nutzen. Laut Gesetz soll sie mindestens 25 Quadratmeter groß sein, über Bad, Toilette und Kochgelegenheit verfügen und einen separaten Eingang haben. Die Kosten für den nachträglichen Einbau eines Badezimmers liegen zwischen 10.000 und 15.000 Euro. Für den Bau eines separaten Eingangs sollten etwa 5.000 bis 8.000 Euro eingeplant werden. Dieser Investition stehen handfeste steuerliche Vorteile gegenüber: Wird die Einliegerwohnung vermietet, können die Mieteinnahmen abzüglich der Kosten für Reparaturen, Notar und Abschreibung für Abnutzung steuerlich geltend gemacht werden. Solange Sie die Wohnung an Dritte vermieten, bessern die Mieteinkünfte das Gehalt oder die Rente der Eigentümer auf.
Eine Perspektive mit Weitblick:
Bei Bedarf beziehen später wieder die erwachsenen Kinder die Wohnung. Zunehmend gefragt sind integrierte Wohneinheiten für Hauswirtschafts- und Pflegepersonal. Die finanziellen Mittel für eine Modernisierung oder die Teilung des Hauses können z.B. mit einem rechtzeitig angesparten Bausparvertrag aufgebracht werden.
Der ideale GrundrissSo kann das eigene Heim für ein komfortables Wohnen imAlter gerüstet werden: Kleine Räume erweiternKüche und Badezimmer müssen ausreichend Bewegungsfläche und Sitzgelegenheiten bieten. Eng geschnittene Sanitär- und Küchenräume sollten durch eine Grundrissänderung vergrößert werden.Kurze WegeOft genutzte Geräte wie Waschmaschine oder Trockner sollten nah beieinander stehen. Als Standort bietet sich die Küche an, das erspart Wege in den Keller.Oft genutzte Räume ins Erdgeschoss verlegenUm Treppensteigen zu vermeiden, sollte man Bade- und Arbeitszimmer oder andere intensiv genutzte Räume im Erdgeschoss einrichten.Breite Türen und FlureTüren mindestens 90 Zentimeter breit planen – so kann sich auch ein Rollstuhlfahrer bequem in den eigenen vier Wänden fortbewegen. Die Flurbreite sollte eine Wendung mit einem Rollstuhl ermöglichen. |
Die wichtigsten ergonomischen Regeln:
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Küche: 1. Unterfahrbarer Arbeitsplatz in Sitzhöhe, 2. Alle Elektrogeräte (Kühlschrank, Backofen etc.) erhöht anbringen. 3. Ober- und Unterschränke absenkbar |
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Bad: 1. Bodengleiche Dusche (mit Haltegriffen), 2. Waschbecken absenkbar |
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Wohnzimmer: 1. Sitzplatz in Fensternähe (eventuell erhöht), 2. Genügend Ablagen neben dem Sitzplatz., 3. Körpergerechte Sitzmöbel, Arm-, Nacken-, und Fußstütze |
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Schlafzimmer: 1. Seniorenbett mit verstellbarem Lattenrost, 2. direkt am Bett Leseleuchte (+ Neonleuchte), 3. Lichtschalter, Notrufanlage |
![]() | OG-Einliegerwohnung (mit Lift) für Senioren geeignet. |










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