Barrierenfreie Badplanung: Waschkomfort ohne Grenzen

Artikel vom 12. September 2008
Auch eine Badewanne ist möglich | Foto: Villeroy&BochAuch eine Badewanne ist möglich | Foto: Villeroy&Boch

Wenn es um die Einrichtung und Gestaltung der Wohn- und Lebenswelt geht, hat jeder Mensch ganz individuelle Vorstellungen und Bedürfnisse.

Gerade beim Badezimmer, das als Ort der täg­lichen Körperpflege und darüber hinaus als Raum für Entspannung und Erholung eine zentrale Rolle im Alltag einnimmt, sollte man keine Kompromisse machen.
Für Menschen, die mit Behinderungen oder körperlichen Einschränkungen leben, ist ein barrierefreies Bad, das sie ihren individuellen Möglichkeiten entsprechend so selbstständig und normal wie möglich nutzen können, unverzichtbar. Bislang mussten sich Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit dabei meist zwischen Sicherheit, Funktion und zeitgemäßem Design entscheiden. Mit der neu entwickelten Serie „Lifetime“ von Villeroy & Boch ist nun alles anders.

Waschplatz – Alles zum Greifen nah

Waschplatz zum Greifen nah | Foto: Villeroy&Boch

Da der Waschplatz der zentrale Funktionsbereich im Badezimmer ist, der sehr viel genutzt wird, sollte er bequem frontal zu erreichen und sicher zu benutzen sein. Für einen Rollstuhlfahrer ist die Unter-fahrbarkeit unverzichtbar. Eine spezielle Ablaufhaube sorgt hier für ausreichend Platz und Bewegungs­freiheit. Ein fahrbarer Trolley mit feststellbaren Rollen ist hier besonders sinnvoll, zumal er zusätzlich als Wachtischunterschrank verwendet und damit als Ablagefläche und Stauraum genutzt werden kann. Großzügige, bequem auch im Sitzen erreichbare Ab­lageflächen rund um den Waschplatz sollten selbst-verständlich sein, denn nur so kann man alle notwendigen Utensilien unkompliziert nutzen und abstellen. Ein Spiegel, der bis zum Waschbecken hinabreicht, ermöglicht es, sein Spiegelbild auch im Sitzen in Augenhöhe betrachten zu können.

WC – Sicherheit und Komfort

Die Einbautiefe und die Montage­höhe des WC’s müssen immer in­dividuell angepasst werden, damit der Sitz gut zu erreichen ist oder ein Toiletten- rollstuhl benutzt werden kann. Trotzdem sollte man prüfen, ob ein stabiler Stützklappgriff notwenig ist, der hinsichtlich Montagehöhe und -abstand optimiert wird.

WC für Sicherheit und Komfort | Foto: Villeroy&Boch

In manchen Fällen sorgt eine zusätzliche
Rückenstütze für mehr Komfort und
höhere Sicherheit. Hier kann der
Sanitätsfachhandel beraten.

Für Rollstuhlfahrer wird ein ebenerdiger Duschplatz von 1,50 x 1,50 m empfohlen. Auf jeden Fall muss ein rutschsicherer Bodenbelag für Barfußbereiche, gewählt werden.

 

Funktionsbereiche Dusche

Eine ideale Duschabtrennung bietet einen profillosen, barrierefreien Einstieg und verfügt über leichtgängige Schiebetüren bzw. Türen, die sich nach außen öffnen lassen. Aus Sicherheitsgründen sollten alle Glasflächen kontrastreich markiert und bruchsicher sein. Als komfortable Helfer beim Duschen haben sich Klapp- und Einhängesitze oder Hocker bewährt. Manchmal können auch zusätzliche Armlehnen sinnvoll sein. Ergänzende Haltegriffe sorgen für noch mehr Sicherheit. In manchen Fällen sollte man einen zusätzlichen Spritzschutz für das Pflegepersonal oder Angehö­rige vorsehen. Wichtig sind auch leicht zu bedienende Armaturen und eine höhenverstellbare Handbrause. Wer möchte, kann auch noch eine komfortable Kopfbrause installieren, die eine angenehme Regendusche ermöglicht. Gerade in der Dusche sind Thermostat-Armaturen, die für eine gleichbleibend angenehme Wassertemperatur sorgen und dazu einen Verbrühschutz liefern, sinnvoll.

Bei der Planung eines WCs sollte ge­nügend freier Platz vor der Toilette eingeplant werden. Komfortabel ist eine Fläche von 1,20 x 1,20 m. Für Rollstuhlfahrer wird hier eine Bewegungsfläche von 1,50 x 1,50 m empfohlen. Zusätzlich benötigt ein Rollstuhlfahrer seitlich des WCs ca. 95 cm Platz.

 

Integration einer Wanne

Ob man in einem barrierefreien Bad eine Badewanne integriert, hängt von den individuellen Fähigkeiten und Wünschen jedes Einzelnen ab. Für Rollstuhlfahrer sollte vor der Wanne genügend freie, rutsch­sichere Fläche zur Verfügung stehen, damit sie mit dem Rollstuhl direkt heranfahren können. Die Einbauhöhe der Wanne sollte individuell angepasst sein, um das Übersetzen aus dem Rollstuhl in die Wanne zu erleichtern. Um die Wanne auf Stuhlhöhe zwischen 40 und 45 cm einzubauen, reicht es oft, den Estrich auszusparen. Integrierte Griffe in der Wanne oder auch Halte­griffe am Wannenrand helfen beim Ein- und Aussteigen. Wie bei Waschtisch und Dusche sollten die Armaturen immer in Greifnähe installiert werden und auch von außen bedienbar sein. Wichtig ist auch, die Armaturen so zu positionieren, dass sie beim Ein- und Aussteigen nicht stören.
Eine intelligente, durchdachte Badplanung mit funktionalen Produkten in einem ansprechenden Design kommt je­dem zugute, nicht nur bewegungseingeschränkten Menschen. Wichtig ist, dass man die unter­schiedlichen Bedürfnisse der Badnutzer kennt und individuelle Lösungen anbietet. Mehr Infos: www.villeroy-boch.com

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