Wintergarten: Licht-Oase richtig planen

Artikel vom 13. Oktober 2008

Viel Tageslicht und Nähe zur Natur

Foto: Interpane

Entspannen im Wintergarten

Foto: HL Sunshine

Wintergarten asl Klimapuffer

Grafik: Interpane

Die Sonne zu jeder Jahreszeit genießen und unter „freiem Himmel“ entspannen – das ermöglicht ein Wintergarten.

Damit der gläserne Wohntraum im Winter nicht zur Energieschleuder und im Sommer nicht zum Treibhaus wird, ist gute Planung notwendig:
Auswahl geeigneter Gläser für Sonnenschutz und Wärmedämmung, großzügige Belüftung und effektive Beschattung. Wintergärten bieten ein besonderes Wohnerlebnis und gleichzeitig die Möglichkeit, wärmende Sonnenstrahlen zur Verminderung des Heizwärmeverbrauchs von Gebäuden zu nutzen – eine klimatische Pufferzone zwischen drinnen und draußen. Gleichzeitig sind sie eine attraktive Möglichkeit, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Zu Planungsbeginn sollte eine Voranfrage beim örtlichen Bauamt klären, ob eine Baugenehmigung erforderlich ist, worauf beim Bau selbst zu achten ist und welche Auflagen zu erfüllen sind. Diese variieren nach Bundesland, denn Baurecht ist Ländersache.  

Weitblick ins Grüne | Foto: HLC sunshineHelle Räume durch Glasfronten | Foto: HLC sunshine

Weitblick ins Grüne durch eine Wintergarten mit Glasfronten.

Große Glasfronten lassen den Raum in schönen Licht erscheinen


Prima Klima – mit dem richtigen Glas

Ein Wintergarten ist ein komplexes System: Die thermische Wirkung beruht auf seiner Verglasung – je größer die Fläche des Glases, umso mehr wärmende Sonnenenergie kann eingefangen werden. In Wandflächen mit hoher Sonnen­einstrahlung sollte deshalb Glas mit einem relativ hohen g-Wert zum Einsatz kommen, denn das macht solare Energiegewinne möglich. Gleichzeitig muss es verhindern, dass der Wintergarten in der kalten Jahreszeit auskühlt und zu viel Wärme nach außen abgibt. Darum ist unbedingt auch ein niedriger Ug -Wert (Wärmedämmwert) der Verglasung wichtig.

Superwarmglas für die Wärmedämmung

Eine besonders effektive Wärmedämmung bei gleichzeitig hohem solaren Energieeintrag bietet Dreifach-Wärmedämmglas wie z. B. „iplus 3CL“ von Interpane. Es erreicht einen exzellenten Wärmedämmwert von 0,5 W/m2K, einen solaren Energieeintrag von 55 Prozent, bei einer Lichtdurchlässigkeit von 72 Prozent. Das heißt: Die wärmende Sonnenstrahlung passiert das Glas relativ ungehindert, was zu solaren Energiegewinnen führt. Der „Rückweg“ für die Wärme ist aber versperrt: Denn durch den Einsatz spezieller Wärmefunktionsschichten im Dreischeiben-Aufbau wird nicht mehr Raumwärme abgegeben als durch übliches Mauerwerk. Die Temperatur auf der raumseitigen Scheibe bleibt selbst in der Kälte des Winters nahe der Innentemperatur.

Sonnenschutzglas im Dach gegen Überhitzung

Für die Dachverglasung des Wintergartens eignet sich Sonnenschutz- oder Klimaglas das eine Aufheizung übers Dach – besonders intensiv während der heißen sommerlichen Mittagsstunden – reduziert. Bei einem relativ niedrigen Gesamtenergiedurchlassgrad von 43 Prozent bietet es effektiven Hitzeschutz. Während langwelliges Sonnenlicht reflektiert wird, passiert kurzwelliges Tageslicht die Schicht relativ ungehindert. Die Lichtdurchlässigkeit liegt bei 71 Prozent. Trotz tagheller Räume bleibt sommerliche Hitze deshalb weitgehend draußen. An kalten Tagen schützt das Glas durch seinen Wärmedämmwert von 1,1 W/m2K vor Auskühlung. Die Heizenergie-Ein­sparung im Winter hängt zudem von der korrekten Einbindung des Wintergartens in das Gebäudevolumen und von der Belüftung der dahinter liegenden Räume ab. Die Gebäude­orientierung spielt eine unter­ge­ordnete Rolle. Einfallende Sonnen- ­strahlen werden vom Fußboden und den Wänden absorbiert und in Wärme umgesetzt. Dieser Wärmegewinn kann im Wintergarten selbst genutzt werden oder fließt als erwärmte Luft in die angrenzenden Räume. Als Bodenbelag empfehlen sich Beläge, die Wärme besonders gut speichern können.

Auch nachts ein Highlight | Foto: weinorAussicht wie in auf einem Kreuzfahrtschiff | Foto: Schäfer

Auch bei Nacht ein Highlight.

Aussicht wie auf einem Kreuzfahrtschiff.

Belüftung und Beschattung

Im Idealfall soll ein Wintergarten als dem Gebäude vorgelagerte
„Pufferzone“ zwischen Raum-und Außenklima funktionieren und zu jeder Jahreszeit über ein mittleres Temperaturniveau verfügen. Durch den Wintergarten werden zur kalten Jahreszeit die Wärmeverluste der angrenzenden Räume verringert, da er Wärme durch die Strahlen der Sonne gewinnt. An heißen Sommertagen würde die Konstruktion als Glaskubus ohne intelligentes Lüftungskonzept zwangsläufig zu Sauna-Temperaturen führen. Hier helfen Querbelüftungen: Die unten einströmende Luft erwärmt sich, steigt auf und wird durch Dachöffnungen wieder nach außen abgegeben. Diese Entlüftung übernehmen Zuluftöffnungen unten und Dachschiebesysteme oder Dachklappen als Abluftöffnungen oben. Grundsätzlich gilt die Faust­regel: Die Öffnungsfläche im Dach sollte groß genug sein, um zugfrei bis zu 50-fache Luftwechsel pro Stunde zu ermöglichen. Ebenso wichtig wie die Führung der Wärmeströme ist eine durchdachte Beschattung. Hier gibt es  viele Lösungen: Jalousien oder Rollos helfen bei starker Sonneneinstrahlung, die Behaglichkeit zu erhöhen. Deutlich effektiver sind äußere Sonnenschutzmaßnahmen, da sie die Sonnenstrahlen erst gar nicht durch das Glas in den Raum eindringen lassen. Ideale Voraussetzung für ein gutes Klima im Wintergarten sind Laubbäume in un­mittelbarer Nähe. Ihr dichtes Blattwerk spendet im Sommer ausreichend Schatten und somit Kühlung. Nach dem Laubabfall im Herbst gelangt die Sonnenwärme ungehindert hinein.

Wintergarten als Klimapuffer | Grafik: Interpane

Hoher Energieeintrag (g-Wert) und hohe Wärmedämmung (niedriger U g -Wert) von Dreifach-Wärmedämmglas ermöglichen im Winter solare Energiegewinne. Das spart Heizkosten. Klimaglas schützt bei hochstehender Sommersonne vor Überhitzung.

  

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